Trauer und Wut nach Brandkatastrophe in Schweizer Bar
Die schrecklichen Folgen des verheerenden Brandes in der Bar Le Constellation in Crans-Montana zeigen sich in emotional aufgeladenen Szenen. Bei der Brandkatastrophe kamen 41 Menschen ums Leben, darunter viele junge Partygäste. Die Betreiber des Clubs, Jessica (40) und Jacques Moretti (49), wurden nun auf dem Weg zu einer polizeilichen Vernehmung von wütenden Angehörigen der Opfer umringt und attackiert.
Emotionale Konfrontation vor Staatsanwaltschaft
Vor dem Büro des Staatsanwalts in Sitten im Kanton Wallis stürzten sich Dutzende trauernde Hinterbliebene auf das Ehepaar Moretti. „Mörder! Ihr seid Monster!“, riefen sie den Betreibern entgegen. Unter den Angehörigen befand sich auch die Familie des 17-jährigen Trystan, der bei dem Inferno sein Leben verlor. Sein 14-jähriger Bruder Tobyas trug ein T-Shirt mit dem Foto seines verstorbenen Bruders und erklärte gegenüber Medien: „Ich bin hier, um Jessica Moretti zu zeigen, dass sie Familien zerstört hat.“
Die Mutter Vinciane fügte mit fester Stimme hinzu: „Wir werden weder vergeben noch vergessen.“ Die aufgebrachte Menge musste von Polizisten und Anwälten zurückgehalten werden, damit die Morettis das Gebäude überhaupt betreten konnten.
Betreiber wehren sich gegen Vorwürfe
Jacques Moretti reagierte auf die schwerwiegenden Anschuldigungen mit einer entschlossenen Stellungnahme: „Wenn wir zahlen müssen, werden wir zahlen. Wir sind keine Mafia, wir sind Arbeiter. Wir werden unsere Verantwortung übernehmen, wir werden uns der Sache annehmen, das versprechen wir Ihnen.“ Seine Frau Jessica betonte ihren persönlichen Hintergrund: „Ich bin selbst Tochter eines Feuerwehrmanns, und mein Reflex war es, Alarm zu schlagen, die Menschen zu evakuieren und so schnell wie möglich die Feuerwehr zu rufen.“
Ermittlungen und gegenseitige Schuldzuweisungen
Gegen das Ehepaar Moretti wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Sie sind gegen Zahlung einer hohen Kaution vorläufig auf freiem Fuß. In ihren Aussagen machten die Betreiber vor allem die 24-jährige Kellnerin Cyane Panine für die Katastrophe verantwortlich. Sie soll in der Silvesternacht auf den Schultern eines Kollegen gesessen haben und Champagnerflaschen mit brennenden Wunderkerzen gehalten haben – was möglicherweise den Brand auslöste. Die Kellnerin kam ebenfalls bei dem Feuer ums Leben.
Die Angehörigen zeigen jedoch keinerlei Verständnis für diese Darstellung. Gulcin Kaya, die bei der Tragödie ihren Sohn Taylan verlor, konfrontierte Jacques Moretti persönlich. Immer wieder waren vor Ort laute Beleidigungen, Schreie und verzweifeltes Schluchzen von Eltern zu hören. „Du hast meinen Sohn getötet, du hast über 40 Menschen getötet, du wirst dafür bezahlen“, waren die eindringlichen Worte der Verzweiflung.
Mögliche Konsequenzen für die Betreiber
Jessica und Jacques Moretti müssen sich in den kommenden Wochen und Monaten noch etlichen Befragungen und Gerichtsterminen stellen. Sollten sie schuldig gesprochen werden, droht ihnen eine Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren. Die emotionale Belastung war Jessica Moretti während der Konfrontation deutlich anzusehen – ihr Gesicht war verzerrt, die Augen weit aufgerissen, und sie schien den Tränen nahe zu sein.
Die Tragödie in Crans-Montana hat nicht nur 41 Menschenleben ausgelöscht, sondern auch zahlreiche Familien zerstört und eine Gemeinde in tiefe Trauer gestürzt. Die Aufarbeitung der Geschehnisse und die Suche nach Gerechtigkeit werden noch lange Zeit andauern und die Region beschäftigen.



