Landgericht Bamberg verhängt 7,5 Jahre Haft für Kryptobetrüger mit Millionen-Schaden
7,5 Jahre Haft für Kryptobetrüger mit Millionen-Schaden

Landgericht Bamberg verurteilt Kryptobetrüger zu 7,5 Jahren Haft

In einem aufsehenerregenden Prozess hat das Landgericht Bamberg einen 50-jährigen Mann wegen Anlagebetrugs mit Millionenschaden zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Betreiber eines kriminellen Callcenters mit bis zu 600 Beschäftigten soll über gefälschte Websites und automatisierte Software Anleger um ihre Ersparnisse gebracht haben.

Industrieller Betrug mit hohem Schaden

Das Gericht zog 2,4 Millionen Euro aus Taterträgen ein, was nur einen Bruchteil der vermuteten Beute ausmacht. Laut Überzeugung des Gerichts verloren viele Opfer ihre gesamten Ersparnisse durch die Masche, bei der potenzielle Anleger mit Versprechen hoher Gewinne durch Kryptowährungen geködert wurden. Die Betrüger ließen die Opfer zunächst kleine Beiträge überweisen, die sich angeblich vervielfachen sollten, und drängten dann über ständige Anrufe zu weiteren Zahlungen.

Automatisierte Betrugssoftware in Georgien entwickelt

Von 2017 bis 2019 baute der Mann ein Callcenter in Tirana, Albanien, auf, das speziell auf diese Betrugsmasche zugeschnitten war. Im Jahr 2019 zog er sich zurück und ließ in Georgien eine Software entwickeln, die den Betrug automatisierte. Laut der Zentralstelle Cybercrime Bayern waren 15 bis 20 Mitarbeiter mit der Softwareentwicklung und dem Support für weitere kriminelle Banden beschäftigt. Allein bei diesem Tatkomplex geht das Gericht von einem Schaden von mindestens 42 Millionen Euro aus, während Ermittler weltweite Schäden auf mindestens 190 Millionen Euro schätzten.

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Internationale Verhaftung und geständiger Angeklagter

Im August 2023 wurde der Mann im Rahmen einer internationalen Aktion verhaftet und 2024 nach Deutschland ausgeliefert. Der Prozess wurde unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen geführt. Der Angeklagte gestand schließlich und entschuldigte sich bei den Opfern. Trotzdem geht der Massenbetrug durch sogenannte Scammer weiter, mit neuen betrügerischen Anlageportalen und Fake-Anzeigen, die prominente Namen missbrauchen.

Erst im vergangenen Oktober nahmen Ermittler mehr als 1400 Domains offline, doch die Kriminalität in diesem Bereich bleibt eine anhaltende Herausforderung für die Strafverfolgungsbehörden.

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