Ehemaliger Harrods-Besitzer Al Fayed: Polizei vernimmt mutmaßliche Beihelferinnen in Missbrauchsfall
Die Londoner Polizei hat im Zuge der Aufklärung mutmaßlicher Verbrechen des verstorbenen Milliardärs und langjährigen Besitzers des Luxuskaufhauses Harrods, Mohamed Al Fayed, drei Frauen befragt. Die Verdächtigen im Alter von 40 bis 69 Jahren wurden unter anderem wegen des Verdachts der Beihilfe zur Vergewaltigung, sexuellen Nötigung und des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung vernommen, wie die Metropolitan Police mitteilte. Festnahmen gab es bei diesen Vernehmungen zunächst nicht.
154 Betroffene melden sich bei den Ermittlungen
Mittlerweile haben sich laut Polizeiangaben insgesamt 154 Betroffene gemeldet und schwere Vorwürfe erhoben. Diese umfassen sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung, sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel. Viele der mutmaßlichen Opfer sollen ehemalige Mitarbeiterinnen des Unternehmers gewesen sein. Die Londoner Polizei bezeichnet die Untersuchung als eine der größten und komplexesten ihrer Art und betont, dass die Opfer weiterhin im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen.
Commander Angela Craggs von der Metropolitan Police erklärte, dass die Polizei entschlossen sei, jeden zur Rechenschaft zu ziehen, der verdächtigt werde, an den Straftaten beteiligt gewesen zu sein, auch wenn Al Fayed selbst nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden könne. Der ägyptische Milliardär, der neben Harrods auch den Londoner Fußballclub FC Fulham besaß, starb im Jahr 2023. Sein Sohn Dodi war der letzte Partner von Prinzessin Diana – beide kamen 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben.
Ermittlungen nach BBC-Recherchen intensiviert
Die jetzigen Ermittlungen wurden nach umfangreichen Recherchen der BBC eingeleitet. Bereits zwischen 2005 und Al Fayeds Tod hatten 21 Frauen den Unternehmer angezeigt, doch in keinem Fall kam es zu einem Gerichtsverfahren. Die Polizei untersucht nun weiterhin Personen, die die mutmaßlichen Straftaten Al Fayeds möglicherweise ermöglicht oder unterstützt haben. Die Vorwürfe reichen von sexueller Gewalt und Vergewaltigung bis hin zu systematischer Ausbeutung, wobei die Dimension des Falls durch die hohe Zahl der gemeldeten Betroffenen deutlich wird.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Aufklärung der Vorwürfe und die Identifizierung aller Beteiligten, um Gerechtigkeit für die Opfer zu gewährleisten. Die Metropolitan Police betont die Bedeutung einer gründlichen und umfassenden Untersuchung, um die mutmaßlichen Verbrechen vollständig aufzuklären und mögliche Mitwisser oder Helfer zur Verantwortung zu ziehen.



