Polizei setzt Andrew-Ermittlungen in Windsor fort – Thronfolger William im Fokus
Die britische Polizei setzt ihre Ermittlungen gegen den früheren Prinzen Andrew im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal auf dem Gelände von Schloss Windsor fort. Nach Berichten der Nachrichtenagentur PA und des Senders Sky News führt die Thames Valley Police die Untersuchungen am heutigen Tag weiter. Andrew Mountbatten-Windsor, der 66-jährige jüngere Bruder von König Charles III., war in der vergangenen Woche vorübergehend festgenommen worden, nachdem seine Verbindung zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erneut ins Zentrum der Ermittlungen gerückt war.
Ermittlungen auf dem Schlossgelände und Vorwürfe des Fehlverhaltens
Andrew hatte im Zuge des Skandals aus der Royal Lodge, einem luxuriösen Anwesen auf dem Schlossgelände, ausziehen müssen. Die Polizei führte dort auch am Wochenende Durchsuchungen durch. Dem früheren Prinzen wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Konkret soll er in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Informationen an den US-Finanzier Epstein weitergeleitet haben. Diese Vorwürfe haben Großbritannien in Aufruhr versetzt, da es das erste Mal seit mehr als 350 Jahren ist, dass ein ranghohes Mitglied der Königsfamilie festgenommen wurde.
Andrew hat sich zu den aktuellen Entwicklungen bislang nicht geäußert. Frühere Vorwürfe, die mutmaßliche Sexualdelikte betrafen, hatte er stets zurückgewiesen. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf mögliche Verstrickungen in Epsteins Missbrauchsring, der über Jahre hinweg operierte und eine bis heute unbekannte, hohe Zahl an Opfern umfasst.
Thronfolger William und die indirekte Stellungnahme
Besondere Aufmerksamkeit erhielt am Sonntagabend der Auftritt von Thronfolger Prinz William und dessen Frau Kate bei der Verleihung der britischen Filmpreise. William, der Sohn von König Charles und Neffe von Andrew, wurde gefragt, ob er das vielfach ausgezeichnete Drama „Hamnet“ bereits gesehen habe. Seine Antwort: „Ich muss in einem ziemlich ruhigen Zustand sein, und das bin ich im Moment nicht.“ Er spare sich den Film auf. Diese Äußerung wurde in den britischen Medien als indirekter Kommentar zur angespannten Lage innerhalb der Königsfamilie im Zuge des Epstein-Skandals interpretiert.
Weitere Ermittlungen der Metropolitan Police
Parallel dazu berichteten die britischen Medien am Montagmorgen über Untersuchungen der Londoner Metropolitan Police. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob bei Epsteins mutmaßlichem Menschenhandel mit Privatjets britische Flughäfen genutzt wurden. Besonders im Fokus steht der Militärflugplatz Northolt. Jeffrey Epstein, der 2019 in Haft starb, hatte über Jahre einen weitreichenden Missbrauchsring betrieben, dessen Ausmaß noch immer nicht vollständig aufgeklärt ist.
Die fortgesetzten Ermittlungen der Polizei unterstreichen die anhaltende Brisanz des Epstein-Skandals, der nicht nur die Königsfamilie, sondern auch die britische Öffentlichkeit weiterhin beschäftigt. Die Entwicklungen werden mit Spannung verfolgt, da sie tiefgreifende Auswirkungen auf das Ansehen der Monarchie haben könnten.



