Städte pflanzen bevorzugt männliche Bäume, um sauberere Gehwege zu haben. Doch diese Praxis hat einen Haken: Männliche Bäume produzieren deutlich mehr Pollen als weibliche. Das führt zu einer erhöhten Pollenbelastung und verstärkt Heuschnupfen-Symptome bei Allergikern. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von „botanischem Sexismus“.
Was ist botanischer Sexismus?
Der Begriff beschreibt die Tendenz von Stadtplanern, männliche Bäume zu pflanzen, weil sie keine Früchte oder Samen abwerfen, die Gehwege verschmutzen. Weibliche Bäume hingegen werden oft gemieden, da sie als „unordentlich“ gelten. Allerdings setzen männliche Bäume große Mengen an Pollen frei, was Allergiker stark belastet.
Auswirkungen auf Allergiker
Die einseitige Bepflanzung mit männlichen Bäumen führt zu einer massiven Erhöhung der Pollenkonzentration in der Luft. Für Menschen mit Heuschnupfen bedeutet das häufigere und stärkere allergische Reaktionen. Die Symptome reichen von Niesattacken und juckenden Augen bis hin zu Atembeschwerden.
Forderungen von Experten
Allergologen und Umweltwissenschaftler fordern ein Umdenken in der Stadtplanung. Sie empfehlen, vermehrt weibliche Bäume zu pflanzen, die Pollen aus der Luft filtern und so die Belastung reduzieren. Auch eine größere Artenvielfalt könnte helfen, die Pollenmenge zu verringern.
Die Diskussion um botanischen Sexismus zeigt, dass vermeintlich neutrale Entscheidungen in der Stadtgestaltung weitreichende gesundheitliche Folgen haben können. Ein bewussterer Umgang mit der Bepflanzung könnte nicht nur das Stadtbild verbessern, sondern auch die Lebensqualität von Allergikern steigern.



