Video zeigt Angriff auf Nonne in Jerusalem: Festnahme nach rassistischem Übergriff
Angriff auf Nonne in Jerusalem: Festnahme nach rassistischem Übergriff

Ein Video zeigt einen schockierenden Angriff auf eine Nonne in der Altstadt von Jerusalem. Ein offenbar jüdischer Mann stößt die Ordensfrau von hinten zu Boden und tritt auf sie ein. Der Tatverdächtige, ein 36-jähriger Israeli, wurde festgenommen. Ihm wird laut Medienberichten ein „rassistisch motivierter Angriff“ vorgeworfen.

Angriff auf Nonne in Jerusalem: Was geschah?

Der Vorfall ereignete sich am Dienstag in der Nähe des Davidgrabs in der Jerusalemer Altstadt. Auf Videoaufnahmen, die von der israelischen Polizei veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie der Mann der Nonne nachrennt und sie von hinten mit Wucht zu Boden stößt. Dann entfernt er sich kurz, kehrt zurück und tritt die am Boden liegende Frau. Ein Passant kommt der Nonne zu Hilfe und schubst den Angreifer weg. Die Nonne, eine 48-Jährige, die an der French School of Biblical and Archeological Research arbeitet, erlitt eine Kopfverletzung, wie ein von den Behörden veröffentlichtes Foto zeigt.

Reaktionen und Ermittlungen

Die israelische Polizei betonte, Angriffe auf Angehörige religiöser Gemeinschaften würden mit „Null Toleranz“ verfolgt. Der Tatverdächtige wird verdächtigt, aus rassistischen Motiven gehandelt zu haben. Das französische Konsulat in Jerusalem verurteilte den Angriff scharf. Auch Israels Außenministerium sprach von einer „beschämenden Tat“, die den Werten von Respekt, Koexistenz und Religionsfreiheit widerspreche. Jerusalem müsse ein Ort bleiben, an dem alle Gemeinschaften sicher leben und ihren Glauben ausüben könnten.

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Zunehmende Anfeindungen gegen Christen in Israel

Der Angriff ist Teil eines beunruhigenden Trends. Die Hebräische Universität sprach von einem Muster zunehmender Feindseligkeit gegenüber der christlichen Gemeinschaft und ihren Symbolen. Bereits 2025 verzeichnete das Rossing Center, eine interreligiöse NGO in Jerusalem, einen Anstieg offener Feindseligkeit gegenüber Christen, begünstigt durch Polarisierung und ultranationalistische Trends. Das Center dokumentierte im vergangenen Jahr 155 Vorfälle von Belästigung und Gewalt gegen Christen in Israel und Ostjerusalem, darunter Spuckattacken, Vandalismus, Hausfriedensbruch und Beschimpfungen.

Weitere Vorfälle und internationale Reaktionen

Im März gab es einen internationalen Aufschrei, nachdem die israelische Polizei den obersten römisch-katholischen Führer in Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, daran gehindert hatte, am Palmsonntag die Grabeskirche für eine private Messe zu betreten. Vergangenen Monat wurde ein israelischer Soldat gefilmt, wie er eine Jesus-Statue mit einem Vorschlaghammer im Südlibanon zerstörte. Er und ein anderer Soldat, der den Angriff filmte, wurden für 30 Tage inhaftiert. Premierminister Benjamin Netanyahu zeigte sich „fassungslos und traurig“ über den Vorfall.

Nikodemus Schnabel, Oberer der Benediktinergemeinschaft auf dem Zionsberg in Jerusalem, kommentierte den jüngsten Angriff: „Der hinterhältige Angriff auf eine Nonne in Jerusalem und wiederholte Angriffe auf Christen auch im Westjordanland sind unerträglich. Wichtig ist, dass Sicherheitsbehörden gegen diese Gewalt konsequent vorgehen.“

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