Magdeburg-Attentäter verhöhnt Nancy Faeser mit bizarrem Brief statt Reue zu zeigen
Attentäter verhöhnt Faeser mit Brief statt Reue

Magdeburg-Attentäter zeigt keine Reue und verhöhnt Nancy Faeser

Im Landgericht Magdeburg spielen sich am 28. Verhandlungstag bizarre Szenen ab. Taleb al-Abdulmohsen, der geständige Angeklagte des verheerenden Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt, sitzt reglos auf der Anklagebank. Während psychiatrische Sachverständige über die schweren Langzeitfolgen für die Opfer berichten, zeigt der 51-jährige saudische Mediziner keinerlei Emotionen. Stattdessen inszeniert er eine respektlose Aktion, die für Empörung sorgt.

Bizarres Schmähgedicht statt Mitgefühl

Nach der Mittagspause zieht Taleb al-Abdulmohsen mehrere dicht beschriebene A4-Blätter aus seiner Mappe. Angehörige der Opfer ringen um Fassung, während der Angeklagte ein selbst verfasstes Gedicht mit dem Titel „Nancy die Schlange“ präsentiert. Das Werk, das er am Computer verfasst hat, richtet sich gegen die ehemalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Zu lesen sind Zeilen wie: „Komm ins Gefängnis, Oh Nancy, komm, komm, verteidige mich, komm. Welche Gerechtigkeit ist das, mich einzusperren, ohne Gewand, nicht einmal Sandalen.“ Er erwähnt auch Faesers Reise zur Fußball-WM in Katar und schreibt: „... und sie sprach von Moral nur wie eine Schlange, die von Perlen geschmückt ist.“

Der Attentäter, der am 20. Dezember 2024 mit einem BMW X3 über den Weihnachtsmarkt raste und dabei sechs Menschen tötete – darunter fünf Frauen und einen neunjährigen Jungen – sowie über 320 weitere verletzte, scheint sich ausschließlich für sich selbst zu interessieren. Die Leiden seiner Opfer bleiben unbeachtet.

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Justizwachtmeister greift ein

Als Taleb al-Abdulmohsen die Papiere in die Höhe reckt, folgen Kopfschütteln und verwirrte Blicke im Zuschauerraum. Die Richter ermahnen ihn wiederholt, Meinungsäußerungen zu unterlassen, die nicht im Zusammenhang mit der Tat stehen. Ein maskierter Justizwachtmeister, der den Angeklagten im Glaskasten überwacht, macht der Vorstellung ein Ende, indem er die Papiere an sich nimmt.

Der offenbar profilierungssüchtige Psychiater arbeitete vor dem Attentat im Maßregelvollzug in Sachsen-Anhalt, war jedoch oft krankgeschrieben. Kollegen und Patienten hielten nicht viel von ihm; wegen mangelnder Fachkenntnisse und häufiger Internetrecherchen wurde er als „Dr. Google“ verspottet. Aktuell sitzt er in der JVA Burg in Untersuchungshaft, wo ihm Prozessunterlagen und ein Computer für seine Verteidigung zur Verfügung stehen.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt, während die Opfer und ihre Angehörigen weiter auf Gerechtigkeit warten.

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