Schockierende Entführung in Süddänemark: Mann stiehlt schlafendes Baby aus gesichertem Innenhof
Ein beispielloser Vorfall hat die süddänische Stadt Hadersleben in Atem gehalten und landesweit für Entsetzen gesorgt. Ein 37-jähriger Mann entführte am Montagabend ein sieben Monate altes, schlafendes Mädchen, das in seinem Kinderwagen in einem Innenhof ruhte. Die Polizei bestätigte den schwerwiegenden Vorfall, der eine großangelegte Suchaktion auslöste.
Traditionelle Schlafgewohnheiten ausgenutzt
In Dänemark ist es eine weit verbreitete Praxis, dass Babys und Kleinkinder ihren Mittags- oder Nachmittagsschlaf im Freien halten. Diese kulturelle Gewohnheit wird nicht nur in privaten Haushalten, sondern auch in Kindertagesstätten oder vor Cafés praktiziert. Der entführte Kinderwagen stand im Innenhof des Wohnhauses der Familie, der eigentlich durch ein Gittertor gesichert war. Zum Zeitpunkt der Tat war dieses Tor jedoch nicht verschlossen, wie dänische Medien unter Berufung auf die Eltern berichteten.
„Unsere Kinder schlafen dort beide jeden Tag“, erklärte der Vater des Mädchens der Zeitung „JydskeVestkysten“. „Wir sind total geschockt und haben Angst.“ Die Familie betonte, dass sie ihr Kind nie wieder unbeaufsichtigt im Freien schlafen lassen werde.
90 Minuten der Ungewissheit und glückliches Ende
Für die Eltern begann eine qualvolle Wartezeit von 90 Minuten, in der sie um das Wohl ihres Kindes bangten. Die Polizei fand den Kinderwagen etwa einen Kilometer vom Tatort entfernt. Die entscheidende Spur führte schließlich zu einem Hotel in Hadersleben, wo das Baby in einem Zimmer aufgefunden wurde. In diesem Raum hielt sich auch der mutmaßliche Täter auf.
„Wir haben große Unterstützung von den Bürgerinnen und Bürgern in Hadersleben erhalten und sind sehr dankbar für die vielen Hinweise“, sagte Vizepolizeiinspektor Brian Skovrup Christensen in einer Stellungnahme. Der Hotelchef bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau, dass seine Mitarbeiter nach dem Fund des Babys unter Schock gestanden hätten.
Gesundheitliche Folgen und rechtliche Schritte
Das entführte Mädchen wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht, wo es medizinisch untersucht wurde. Der Vater beschrieb den Zustand seiner Tochter: „Gestern konnten wir kaum mit ihr kommunizieren – als wäre sie betäubt und megamüde.“ Mittlerweile habe sich ihr Zustand jedoch verbessert.
Der 37-jährige Verdächtige sollte am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungsbehörden gaben zunächst keine Auskunft über ein mögliches Tatmotiv oder darüber, ob der Mann das Kind vorher gekannt hatte. Die genauen Umstände der Entführung werden weiterhin intensiv untersucht.
Dieser Vorfall wirft grundlegende Fragen zur Sicherheit von Kindern im öffentlichen Raum auf und hat in Dänemark eine landesweite Debatte über die traditionelle Praxis des Freiluftschlafs für Babys ausgelöst. Viele Familien überdenken nun ihre Gewohnheiten, während Experten auf die Bedeutung angemessener Sicherheitsvorkehrungen hinweisen.



