Bayerns Kriminalität erreicht historischen Tiefstand: Beste Sicherheitslage seit 1978
Die Kriminalitätsrate im Freistaat Bayern ist weiter gesunken und hat nun den Stand der 70er Jahre erreicht. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) präsentierte in München eine erfreuliche Bilanz, die er als "großartig" bezeichnete. "Mit Ausnahme des Corona-Jahres 2021 hatten wir im vergangenen Jahr 2025 die seit 1978 beste Sicherheitslage", erklärte der Minister bei der Vorstellung der aktuellen Polizeistatistik.
Signifikanter Rückgang der Gesamtkriminalität
Die bayerische Polizei registrierte im Jahr 2025 insgesamt 4094 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Dies entspricht einem deutlichen Rückgang um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024. Besonders erfreulich entwickelten sich die Zahlen bei Tötungsdelikten: Hier ging die Zahl um 30 Fälle zurück, von 197 im Jahr 2024 auf 167 im vergangenen Jahr.
Herrmann betonte, dass diese positive Entwicklung alle Behauptungen einer dauernden Zunahme von Kriminalität widerlege. Die Statistik zeige eindrucksvoll, dass die Sicherheitsmaßnahmen im Freistaat Wirkung zeigten und die Bürgerinnen und Bürger in einem sichereren Umfeld leben könnten.
Nicht alle Bereiche verzeichnen positive Entwicklungen
Trotz der insgesamt erfreulichen Bilanz gibt es einige Deliktbereiche, in denen die Zahlen nicht zurückgehen, sondern sogar ansteigen. Beim Fahren unter Drogeneinfluss verzeichnete die Polizei einen Anstieg von 9,4 Prozent. Mehr als die Hälfte dieser Fahrerinnen und Fahrer hatte laut Angaben Cannabis konsumiert.
Ebenfalls besorgniserregend ist die Entwicklung bei Einbruchsdelikten. Hier stiegen die Zahlen um 5,6 Prozent auf 3806 registrierte Fälle. Allerdings blieb knapp die Hälfte dieser Taten im Versuchsstadium stecken. Innenminister Herrmann nutzte diese Gelegenheit für einen präventiven Rat: "Es lohnt sich, in ordentliche Türschlösser zu investieren. Es lohnt sich, ordentlich feste Fensterriegel zu haben." Solche Maßnahmen könnten bereits einige Einbrüche verhindern.
Anstieg bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Die Statistik zeigt einen Anstieg von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung um 2,4 Prozent auf 17.956 aktenkundig gewordene Fälle. Laut Herrmann ist hier insbesondere der Besitz und die Beschaffung von Kinderpornografie mit 2249 Fällen hauptursächlich für den Anstieg verantwortlich.
"Hier wird in der Tat mehr angezeigt, hier wird aber in der Tat auch, insbesondere vom Landeskriminalamt, einfach mehr ermittelt", erklärte der Innenminister. Bei Vergewaltigungen ist mit 1527 Fällen ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Besonders alarmierend: 80 Prozent der Opfer hatten eine Vorbeziehung zum Tatverdächtigen.
KI als Unterstützung für die Polizeiarbeit
Landespolizeipräsident Michael Schwald äußerte sich zur Rolle künstlicher Intelligenz bei der Aufklärung von Verbrechen. "Aber natürlich wird KI eine immer stärkere Rolle spielen", betonte er, insbesondere im Bereich der Kinderpornografie.
Die Polizei werte Daten von sichergestellten Geräten so schnell wie möglich aus, um möglicherweise noch andauernden Missbrauch zu erkennen. "Das sind Dinge, die kann man nicht ein halbes Jahr liegen lassen", so Schwald. Die großen Datenmengen seien "allein mit Manpower" nicht mehr zu bewältigen, weshalb KI heute schon eine enorme Hilfe darstelle.
Innenminister Herrmann ergänzte: "Insgesamt sind wir beim Einsatz von KI erst am Anfang." Die Technologie biete großes Potenzial für die zukünftige Polizeiarbeit, müsse aber verantwortungsvoll eingesetzt werden.
Die aktuelle Statistik zeigt somit ein gemischtes Bild: Während die Gesamtkriminalität in Bayern auf einem historischen Tiefstand angelangt ist und die Sicherheitslage so gut ist wie seit 1978 nicht mehr, gibt es in bestimmten Bereichen weiterhin Herausforderungen, die besondere Aufmerksamkeit und innovative Lösungsansätze erfordern.



