Polizei warnt: Konflikte in Berlin zunehmend mit Schusswaffen ausgetragen
Berlin: Streits heute eher mit Schusswaffen ausgetragen

Berliner Polizei warnt vor zunehmender Schusswaffengewalt

Die Verbreitung und der Einsatz scharfer Schusswaffen in Berlin haben nach Einschätzung der Polizei ein alarmierendes Ausmaß erreicht. Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel äußerte sich im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses besorgt über diese Entwicklung.

Von Fäusten zu Feuerwaffen: Eine gefährliche Eskalation

Streitigkeiten, die früher mit Fäusten ausgetragen wurden, werden heute vielleicht eher mit Schusswaffen ausgetragen“, erklärte Slowik Meisel. Diese Aussage unterstreicht eine fundamentale Veränderung im Konfliktverhalten innerhalb krimineller Milieus der Hauptstadt.

Die Polizei identifiziert die hohe Verfügbarkeit von Schusswaffen in diesen Kreisen als zentrales Problem. Die Waffen werden nicht nur für Einschüchterungen und Sachbeschädigungen eingesetzt – etwa bei Schüssen auf Gebäude oder Scheiben im Rahmen von Schutzgeld-Erpressungen – sondern leider auch gezielt gegen Menschen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kein klassischer Bandenkrieg, aber ausländische Einflüsse

Konkrete Hinweise auf einen organisierten Bandenkrieg nach historischem Vorbild, wie etwa im Chicago der 1930er Jahre, gebe es laut Slowik Meisel nicht. Es würden keine ganzen Geschäftsfelder in der Stadt neu verteilt. Dennoch bestätigte sie die Aktivität ausländischer bewaffneter Täter in Berlin, die teilweise im Auftrag ausländischer Strukturen handeln.

Die primäre Herausforderung für die Strafverfolgungsbehörden bleibt die Begrenzung der Zahl der im Umlauf befindlichen Schusswaffen.

Ermittlungserfolge durch Sonderkommission „Ferrum“

Seit Mitte November 2025 ist die Sonderermittlungsgruppe „Ferrum“ – lateinisch für Eisen – im Einsatz. Durch ihre Arbeit und durch ständige Kontrollen in Bars, Kneipen und an bekannten Treffpunkten konnten bereits beachtliche Erfolge erzielt werden:

  • Einleitung von 260 Ermittlungsverfahren gegen Verdächtige
  • Erlass von 13 Haftbefehlen
  • Beschlagnahmung von 78 gefährlichen Gegenständen und Waffen
  • Darunter befanden sich 18 scharfe Schusswaffen

Diese Maßnahmen zeigen den entschlossenen Kampf der Berliner Polizei gegen die illegale Waffenverbreitung. Die Situation bleibt jedoch angespannt, und die Behörden bleiben in höchster Alarmbereitschaft, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration