Blutige Erbfehde vor Gericht: Sieben Angeklagte nach tödlichen Messerstichen in Essen
Blutige Erbfehde: Sieben Angeklagte nach Messerstichen

Blutige Erbfehde vor Gericht: Sieben Angeklagte nach tödlichen Messerstichen in Essen

Ein massives Sicherheitsaufgebot begleitete den Prozessauftakt am Landgericht in Essen, wo sieben Angeklagte wegen einer blutigen Familientragödie vor Gericht stehen. Die Fehde, die sich um ein wertvolles Grundstück in der Türkei dreht, eskalierte Ende September auf den Straßen von Gelsenkirchen in einer tödlichen Messerattacke.

Tödliche Eskalation eines langen Erbstreits

Der Familienstreit, der bereits seit längerer Zeit schwelte, entlud sich in einer brutalen Gewaltorgie vor einem Mehrfamilienhaus in Gelsenkirchen-Bismarck. Laut Anklage stürmten mehrere Männer und Frauen aus dem Gebäude, bewaffnet mit Messern, Baseballschlägern und Stöcken, und griffen ihre eigenen Verwandten rücksichtslos an.

Das Familienoberhaupt Mehmet H. (56) erlitt dabei tödliche Messerstiche ins Herz und brach vor dem Haus zusammen. Zwei weitere Familienmitglieder wurden durch Messerstiche in den Kopf schwer verletzt und schwebten in akuter Lebensgefahr. Die Angeklagten im Alter von 16 bis 53 Jahren sollen während der Attacke auf Türkisch Drohungen wie "Wir bringen euch alle um!" ausgestoßen haben.

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Spurenbeseitigung in der Spülmaschine

Die Ermittler der Mordkommission machten bei ihren Recherchen eine makabere Entdeckung: Die mutmaßlichen Tatmesser fanden sie in den Wohnungen der Hauptbeschuldigten – versteckt in der Spülmaschine. Einige Klingen waren durch die massiven Stiche sogar verbogen. Ob dieser Versuch der Spurenbeseitigung erfolgreich war, muss nun im Prozess geklärt werden.

Bereits vor der tödlichen Attacke hatte es wiederholt zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Familienmitgliedern gekommen. Die Polizei war mehrfach im Einsatz, und mehrere Strafanzeigen wegen Körperverletzung wurden gestellt. Doch die Fehde eskalierte weiter, bis sie in der tödlichen Massenschlägerei gipfelte.

Verteidigung spricht von Familientragödie

Rechtsanwalt Burkhard Benecken (50), der den minderjährigen Sohn Fatih H. (16) verteidigt, betonte: "Das Ganze ist eine innerfamiliäre Tragödie. Es ist aber nicht so eindeutig. Es gab im Vorfeld bereits gegenseitige Angriffe und Provokationen. Es wird zu klären sein, wer welche Gewalthandlungen ausgeführt hat."

Der Verteidiger des Hauptangeklagten Gülabi H. (43), Rechtsanwalt Aykan Akyildiz, äußerte sich ähnlich: "Mein Mandant kann sich die Zuspitzung dieser Familientragödie selbst nicht erklären. Er ist sehr traurig darüber, dass sechs weitere Angehörige auf der Anklagebank sitzen und auf der anderen Seite ein naher Verwandter verstorben ist."

Bis zu 15 Jahre Haft drohen

Alle sieben Beschuldigten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft – die Ermittler sehen Fluchtgefahr. Ihnen wird gemeinschaftlicher Totschlag vorgeworfen, was eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren nach sich ziehen kann. Der Prozess am Landgericht Essen wird nun die genauen Umstände der blutigen Auseinandersetzung aufklären müssen, die eine Familie zerrissen und ein Menschenleben gekostet hat.

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