Bluttat in Werne: Sohn soll Mutter in Hotel erstochen haben
In einem Hotel in Werne im Münsterland hat sich am Samstagmorgen eine schreckliche Tat ereignet. Ein 47-jähriger Mann soll seine 72-jährige Mutter erstochen haben und wurde danach selbst schwer verletzt aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft Dortmund bestätigte die Vorwürfe, eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.
Schwer verletzter Mann irrt durch Straßen
Der 47-Jährige wurde in den frühen Morgenstunden in der Nähe des Hotels mit zahlreichen Schnitt- und Stichwunden entdeckt. Zeugen hatten den blutenden Mann bemerkt, als er durch die Straßen von Werne irrte. Die Polizei wurde alarmiert und fand wenig später die leblose Mutter des Mannes in einem Hotelzimmer im ersten Obergeschoss des Gebäudes.
Der mutmaßliche Täter wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht, wo er aufgrund seiner schweren Verletzungen aktuell nicht vernehmungsfähig ist. Er wurde formell vorläufig festgenommen, ein Haftrichter soll am Sonntag über einen möglichen Haftbefehl entscheiden. Zum Motiv der Tat gibt es bisher keinerlei Informationen, dies ist laut Polizeisprecherin Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Hotelbetrieb läuft trotz Tatort weiter
Während die Spurensicherung mit ihren weißen Schutzanzügen im ersten Obergeschoss des Hotels arbeitete, lief der Hotelbetrieb im Erdgeschoss weiter. Die Haupteingangstür war mit Flatterband abgesperrt, Hotelgäste nutzten einen Seiteneingang. Ein dpa-Reporter vor Ort schilderte die surreale Szenerie: Gäste frühstückten im Erdgeschoss, während direkt über ihnen die Ermittler den mutmaßlichen Tatort untersuchten.
Von außen war an einem Fenster im ersten Stock deutlich Blutverschmutzung zu erkennen. Die Leiche der 72-jährigen Frau wurde um die Mittagszeit abtransportiert, üblicherweise folgt in solchen Fällen eine Obduktion zur Klärung der Todesumstände.
Polizei sucht dringend Zeugen
Die Polizei hat in einer offiziellen Mitteilung Zeugen aufgerufen, sich zu melden. Alle Hotelgäste waren am frühen Morgen von Beamten geweckt worden, wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf eine Urlauberin berichtete. An der Hotelrezeption wollte man sich nicht äußern: „Wir dürfen keine Auskunft geben“, hieß es dort auf Nachfrage.
Die Ermittler arbeiten nun daran, die genauen Abläufe der Tat zu rekonstruieren und mögliche Motive zu klären. Ob der schwer verletzte Mann den Beamten selbst den Hinweis auf seine tote Mutter gegeben hat, konnte zunächst nicht bestätigt werden. Die Drehtür des Hotels bleibt vorerst gesperrt, während die Ermittlungen weiterlaufen.



