Twitch-Star HoneyPuu bricht Schweigen: Kollegen verharmlosten Stalking-Vorfall
HoneyPuu: Kollegen verharmlosten Stalking-Vorfall

Twitch-Star HoneyPuu bricht nach 1,5 Jahren Stalking-Albtraum ihr Schweigen

Die Gaming-Influencerin HoneyPuu (bürgerlich Isabell Schneider, 26) hat nach anderthalb Jahren des Leidens endlich ihre Stimme erhoben. Mit rund drei Millionen Followern zählt sie zu den größten Streamerinnen auf Twitch. Seit langer Zeit wird sie von einem Fremden verfolgt, der sie auf Social Media stalkt, obwohl es nie persönlichen Kontakt zwischen ihnen gab.

Kollegen ziehen ernstes Thema ins Lächerliche

Während HoneyPuu unter der psychischen Belastung litt, machten andere Influencer und Twitch-Stars das Thema zum Gegenstand von Witzen auf Social Media. Sie zogen den ernsten Vorfall vor Millionen von Usern ins Lächerliche und verharmlosten damit die Situation der Betroffenen. Isabell Schneider entschied sich nun, ihr Schweigen zu brechen, nennt aber keine Namen derjenigen, die ihren Fall verharmlost haben.

„Ich musste auch Sachen hören wie: ‚Dir ist ja noch nichts passiert‘“, berichtet HoneyPuu über die Reaktionen einiger Kollegen. Statt Verständnis und Unterstützung erntete sie Ablehnung und sogar Vorwürfe. Manche Creator beschuldigten sie, selbst Schuld an den daraus resultierenden Diskussionen zu sein und sagten: „Jetzt haben wir wegen dir einen Shitstorm.“

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Appelle an Vernunft blieben erfolglos

Isabell Schneider versuchte, ihren Kollegen die Ernsthaftigkeit der Situation klarzumachen. „Ich habe auch versucht, ihnen zu erklären: ‚Stellt euch mal vor, es ist eure Schwester, eure Mutter, eure Tante.‘ Und da wurde mir gesagt: ‚Aber das bist du ja nicht, deswegen ist das was anderes‘“, erzählt sie. Trotz ihrer Appelle an die Vernunft blieben viele Influencer uneinsichtig und leugneten die Gefahren, die von Stalking ausgehen.

Die Folge: HoneyPuu blieb eine Woche lang ihren Livestreams fern, in denen sie normalerweise Games spielt und mit ihrer Community plaudert. „Weil ich mir die ganzen Kommentare nicht durchlesen wollte“, begründet sie ihre Abwesenheit. Obwohl viele Influencer selbst Erfahrungen mit übergriffigen Fans gemacht haben, mangele es an Solidarität und Verständnis.

Positive Ausnahmen und Hoffnung auf Umdenken

Nicht alle reagierten gleichgültig. HoneyPuu lobt ausdrücklich die YouTuberin Jasmin „Gnu“ Sibel (36), die in einem gut recherchierten Video die Stalking-Verharmlosung kritisierte und Isas Perspektive in den Mittelpunkt rückte. Auch Twitch-Star Elias Nerlich (28) und Rapper Ali Buyame (41) setzten sich öffentlich für sie ein.

„Da hat man wieder gesehen, wer eigentlich nur redet und wer wirklich hinter anderen steht – Hauptsache, das Image ist gut“, kommentiert HoneyPuu die Situation. Sie hofft, dass durch die aktuelle Debatte endlich ein Umdenken stattfindet und das Thema Stalking nicht länger verharmlost wird.

Die Erfahrungen der Influencerin zeigen, dass selbst in einer Branche, die oft mit übergriffigem Verhalten konfrontiert ist, Sensibilität und Unterstützung für Betroffene keineswegs selbstverständlich sind. HoneyPuu wünscht sich mehr Solidarität und weniger Verharmlosung ernster psychischer Belastungen.

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