Sprengstoffanschlag erschüttert Bonner Wohngebiet
Ein lauter Knall riss in der Nacht zum Montag die Bewohner der Brucknerstraße in der Bonner Weststadt aus dem Schlaf. Gegen 4:09 Uhr detonierte ein Sprengsatz vor einem Reihenhaus und verwüstete den kompletten Hauseingang. Wo kurz zuvor noch Haustür, Briefkästen und Klingelanlagen waren, klafft nun ein riesiges Loch, umgeben von einem weit verstreuten Trümmerfeld.
Anwohnerin schildert den Schockmoment
„Ich lag im Bett, als mich ein lauter Knall aus dem Schlaf riss“, berichtete eine Anwohnerin gegenüber Medien. „Als ich die Rollläden hochzog, sah ich Rauch und Trümmer vor der Tür. Kurz darauf war die Polizei da.“ Die Bewohner des Hauses hatten nach Angaben der Feuerwehr großes Glück: Trotz der gewaltigen Explosion wurde niemand verletzt. Die Druckwelle schleuderte Teile der Eingangstür und anderer Bauteile meterweit auf den Bürgersteig.
Polizei ermittelt in alle Richtungen
Die Polizei sperrte den Tatort umgehend großflächig ab, um Spuren zu sichern und erste Ermittlungen aufzunehmen. „Wir ermitteln in alle Richtungen wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“, erklärte eine Sprecherin der Bonner Polizei. Bislang gibt es keine konkreten Hinweise auf die Täter, die den Sprengsatz gezündet hatten und innerhalb von Sekunden verschwanden. Die Zeugenbefragungen sind noch im Gange.
Vor dem verwüsteten Haus stand zum Zeitpunkt des Anschlags eine Harley-Davidson, was Spekulationen über mögliche Verbindungen ins Rockermilieu nährt. Die Polizei äußerte sich dazu jedoch nicht näher.
Bombenanschläge in NRW kein Einzelfall
Solche gewalttätigen Vorfälle sind in Nordrhein-Westfalen leider kein Einzelfall. Insbesondere im Umfeld des Kölner Drogenkriegs hat es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Bombenanschläge gegeben. Hinter solchen Taten stecken oft offene Rechnungen oder Racheakte mit einer brutalen Botschaft: „Wir wissen, wo du wohnst.“ Die Ermittler prüfen nun, ob auch dieser Anschlag in einen größeren kriminellen Kontext einzuordnen ist.
Die Bonner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Experten der Kriminaltechnik untersuchen derzeit das Trümmerfeld, um weitere Details über den verwendeten Sprengsatz und das genaue Vorgehen der Täter zu ermitteln. Die Bewohner des betroffenen Hauses wurden vorübergehend in einer Notunterkunft untergebracht, während die Schadensaufnahme und Sicherungsarbeiten andauern.



