Brandanschlag auf Asphaltwerk in Wandlitz: Innenminister sieht europäische Netzwerke
Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein Asphaltmischwerk in Wandlitz nördlich von Berlin hat Innenminister Jan Redmann (CDU) jetzt deutliche Worte gefunden. Im Innenausschuss des Brandenburger Landtags in Potsdam erklärte er, die Ermittlungen würden Bezüge zu einem europäischen Netzwerk aus der linksextremistischen Szene aufzeigen.
Leichtes Ziel für Täter: Ungesichertes Werk ermöglichte Anschlag
Laut Redmann bot das Asphaltwerk den Tätern ein besonders leichtes Ziel. „Die Täter konnten an das nicht umzäunte Werk leicht herankommen und haben ohne großen Aufwand erheblichen Schaden angerichtet“, so der Innenminister. Das Feuer, das vor zwei Wochen ausbrach, verursachte einen Millionenschaden an der Produktionsanlage.
Besonders beunruhigend sei die Tatsache, dass es sich bei dieser Art von Anschlägen um außerordentlich schwierig aufzuklärende Straftaten handle. „Wir sehen hier durchaus auch Zusammenhänge im größeren europäischen Spektrum“, betonte Redmann und verwies damit auf internationale Verbindungen der mutmaßlichen Täter.
Bekennerschreiben und europäische Bezüge
Nach dem Brandanschlag wurde auf der Internetplattform Indymedia ein Bekennerschreiben veröffentlicht, in dem eine offensichtlich linksextremistische Gruppe die Tat für sich reklamierte. Das Brandenburger Innenministerium geht laut Redmann derzeit davon aus, dass dieses Schreiben authentisch ist.
Interessant sind dabei die internationalen Bezüge, die Redmann nannte:
- Das betroffene Asphaltwerk gehört zum Konzern Eurovia
- Dieser Konzern steht in Verbindung mit dem geplanten Atommüllendlager im französischen Bure
- Gegen dieses Endlager läuft eine Kampagne aus dem linksextremistischen Milieu
In dem Bekennerschreiben heißt es explizit, der Angriff auf das Asphaltmischwerk sei als Echo auf einen Aufruf aus Frankreich zu verstehen. Dieser Aufruf lautet: „Heißer als Atomkraft, für einen schwarzen Frühling 2026“.
Unterschied zu bisherigen Anschlägen
Redmann wies darauf hin, dass sich dieser Anschlag deutlich von bisherigen Stromanschlägen in Berlin und Brandenburg unterscheidet. Während bei früheren Attacken oft Infrastruktur im Fokus stand, handelt es sich hier um einen direkten Angriff auf ein produzierendes Unternehmen.
„Die Täter suchen sich gezielt leicht verletzbare Ziele aus“, analysierte der Innenminister. Diese Strategie mache es für die Sicherheitsbehörden besonders herausfordernd, präventiv tätig zu werden.
Mehr Schutz für Unternehmen gefordert
Als Konsequenz aus dem Anschlag kündigte Redmann verstärkte Schutzmaßnahmen für Unternehmen an. „Wir werden stärker sensibilisieren, dass man es den Tätern nicht ganz leicht macht“, versprach der Minister. Das Innen- und das Wirtschaftsministerium wollen Unternehmen dabei helfen, selbst Vorsorge zu treffen, um nicht so leicht Opfer solcher Straftaten zu werden.
Konkret bedeutet dies:
- Verbesserte Sicherheitsstandards für Industrieanlagen
- Beratungsangebote für Unternehmen zur Gefahrenprävention
- Intensivierte Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden und Wirtschaft
Die Ermittlungen zu dem Brandanschlag in Wandlitz laufen weiter auf Hochtouren. Die Sicherheitsbehörden prüfen dabei intensiv die internationalen Verbindungen, die Innenminister Redmann angedeutet hat. Für die betroffene Region bedeutet der Anschlag nicht nur einen wirtschaftlichen Schaden, sondern auch eine Verunsicherung der ansässigen Unternehmen.



