Mutmaßlicher Brandstifter der Palisades-Feuer: Groll auf Reiche als Motiv
Der Mann, der im vergangenen Jahr die verheerenden Brände in einem Nobelvorort von Los Angeles gelegt haben soll, hegte laut US-Bundesstaatsanwaltschaft einen tiefen Groll gegen Reiche. Zwei Wochen vor der Tat in Pacific Palisades seien im Internet-Suchverlauf des Angeklagten Anfragen wie „lasst uns alle Milliardäre stürzen“ aufgetaucht, heißt es in Gerichtsunterlagen. Der mutmaßliche Brandstifter soll zudem Luigi Mangione bewundert haben, dem vorgeworfen wird, im Dezember 2024 einen Versicherungschef in New York erschossen zu haben.
Prozessbeginn im Juni
Der Angeklagte Jonathan R. muss sich ab dem 8. Juni vor Gericht wegen des Entfachens der Brände in dem Nobelvorort verantworten, bei denen zwölf Menschen ums Leben kamen. Der damals 29-Jährige, der zum Zeitpunkt der Tat als Fahrer für den Taxi-Dienst Uber arbeitete, soll das Feuer in der Silvesternacht zum Jahresbeginn 2025 kurz nach Mitternacht an einem beliebten Wanderweg gelegt haben, kurz nachdem er Gäste in Pacific Palisades abgesetzt hatte.
„Stinksauer auf die Welt“
Der Staatsanwaltschaft zufolge war R. wutentbrannt über den Kapitalismus. Fahrgäste des Angeklagten vom 31. Dezember 2024 und 1. Januar 2025 hätten ihn als „wütend“ beschrieben. Er sei „unberechenbar“ gefahren und habe darüber geschimpft, dass er „stinksauer auf die Welt“ sei, zudem habe er über Luigi Mangione, den Kapitalismus und Selbstjustiz gesprochen, hieß es in den Gerichtsunterlagen. Weiter hieß es, die Ermittler hätten den Angeklagten bei einem Verhör gefragt, warum jemand Brandstiftung in Pacific Palisades begehen könnte. R. antwortete demnach, ein möglicher Brandstifter könnte von Groll gegen Reiche motiviert sein, da „wir im Grunde von ihnen versklavt werden“. Außerdem gaben die Ermittler an, dass R. wegen einer gescheiterten Beziehung verzweifelt und wegen geplatzter Silvesterpläne verärgert gewesen sei.
Anwalt beteuert Unschuld
R. bestreitet die Vorwürfe. „Mein Mandant beteuert wie von Anfang an seine Unschuld, und wir freuen uns darauf, seinen Namen vor Gericht reinzuwaschen“, teilte sein Anwalt Steve Haney am Sonntag in einer E-Mail mit. „Das angeführte Motiv, mein Mandant habe an Silvester ein Feuer gelegt, weil er kein Date hatte, spricht für sich.“ Der Brand in Pacific Palisades war zunächst von der Feuerwehr eingedämmt worden, glomm jedoch am Boden weiter und wurde mutmaßlich durch starken Wind rund eine Woche später wieder angefacht. Das Palisades-Feuer breitete sich weiter nach Westen bis nach Malibu aus. Zwölf Menschen kamen ums Leben und Tausende Häuser wurden zerstört.



