Bremen: Polizei durchsucht Wohnungen nach Serie von Schusswaffengewalt
Nach einer beunruhigenden Serie von Gewalttaten mit Schusswaffen in Bremen hat die Polizei mit umfangreichen Durchsuchungsmaßnahmen reagiert. Am Donnerstag durchsuchten Einsatzkräfte der Sonderkommission „Fokus“ mit Unterstützung von Spezialkräften mehrere Wohnungen sowohl in Bremen als auch im benachbarten Niedersachsen. Dabei wurden laut Polizeiangaben „relevante Beweismittel“ sichergestellt, die nun einer intensiven Auswertung unterzogen werden. Die Behörde betonte, dass bereits „bedeutende Fortschritte“ in den Ermittlungen erzielt worden seien.
Fünf Gewalttaten mit Schüssen erschüttern die Hansestadt
Die jüngste Gewaltwelle begann Ende März, als ein bislang unbekannter Täter einem 60-jährigen Mann in die Beine schoss. Der schwer verletzte Mann musste operiert werden und wurde in eine Klinik eingeliefert. Diese Tat markierte bereits die fünfte Schusswaffengewalt in Bremen innerhalb eines einzigen Monats. Die Eskalation gipfelte in einem tödlichen Vorfall, bei dem ein 32-jähriger Mann durch Schüsse ums Leben kam.
Die Polizei zeigte sich der Verunsicherung in der Bevölkerung bewusst und betonte, diese ernst zu nehmen. „Es wird alles darangesetzt, die Vorfälle umfassend aufzuklären“, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme. Allerdings könnten aus kriminaltaktischen Gründen derzeit keine weiteren Details zu den laufenden Ermittlungen veröffentlicht werden.
Chronologie der Gewalttaten
Die Serie der Gewalttaten entwickelte sich wie folgt:
- 1. März: Die Polizei wurde zu zwei Tatorten gerufen. In Walle schoss ein Unbekannter auf einen 43-Jährigen, der mit mehreren Schusswunden in beiden Beinen und starken Blutungen um sein Leben kämpfte. Kurz darauf fielen in der Neustadt Schüsse, bei denen ein 42-Jähriger eine Schusswunde am Fuß erlitt.
- 17. März: Eine Auseinandersetzung eskalierte, Anwohner meldeten mehrere Schüsse. Die Spurensicherung fand Patronenhülsen. Ein Unbekannter brachte einen 32-jährigen Mann mit mehreren Schusswunden in ein Krankenhaus, wo dieser kurze Zeit später starb.
- Ende März: Ein Unbekannter schoss auf einen 25-Jährigen in der Bremer Neustadt. Der junge Mann erlitt schwere Verletzungen, befand sich aber nicht in Lebensgefahr.
- Letzte bekannte Tat: Zeugen meldeten Schüsse im Bremer Ortsteil Kattenturm. Einsatzkräfte fanden einen Verletzten und leisteten Erste Hilfe. Von dem Täter fehlte zunächst jede Spur. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen eines versuchten Tötungsdelikts.
Die Polizei setzt alle verfügbaren Ressourcen ein, um die Täter zu identifizieren und die Sicherheit in Bremen wiederherzustellen. Die Bevölkerung wird um erhöhte Wachsamkeit gebeten, während die Ermittlungen weiterhin auf Hochtouren laufen.



