Großrazzia gegen Menschenhandel: Bundespolizei durchsucht Massagestudios in zwei Bundesländern
In einer großangelegten Operation hat die Bundespolizei am Donnerstag einen mutmaßlichen chinesischen Menschenhändlerring in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zerschlagen. Rund 600 Beamte beteiligten sich an der Razzia, die um sechs Uhr morgens begann und sich gegen insgesamt elf Verdächtige richtete.
Verdacht auf gewerbsmäßiges Einschleusen und Zwangsprostitution
Laut einem Sprecher der Bundespolizei steht die Gruppe im Verdacht, Frauen illegal nach Deutschland geschleust und sie zur Prostitution gezwungen zu haben. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf eine 59-jährige chinesische Hauptbeschuldigte sowie zehn weitere Beschuldigte, die als Bande organisiert gewesen sein sollen.
Während der Durchsuchungen in insgesamt 16 Wohn- und Geschäftsräumen – überwiegend Massagestudios – konnten die Beamten sechs Frauen antreffen, die mutmaßlich Opfer der Gruppierung geworden sind. Den Ermittlungen zufolge sollen die eingeschleusten Chinesinnen gezwungen worden sein, in den Massagesalons sowie in Stundenhotels der Prostitution nachzugehen.
Drei Haftbefehle vollstreckt und Beweismittel gesichert
Das Amtsgericht Bochum hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bochum Untersuchungshaft gegen die Hauptbeschuldigte sowie zwei weitere Beschuldigte angeordnet. Diese Haftbefehle konnten während der Razzia in Oer-Erkenschwick, Brühl und Recklinghausen vollstreckt werden.
Die Bundespolizei gab außerdem bekannt, dass umfangreiche Beweismittel sichergestellt wurden, die nun ausgewertet werden sollen. Die Ermittlungen zu dem Fall laufen weiter, während die mutmaßlichen Opfer betreut und unterstützt werden.
Die großangelegte Aktion unterstreicht die Bemühungen der Behörden, gegen organisierte Kriminalität im Bereich Menschenhandel vorzugehen und Betroffene zu schützen.



