Experten analysieren Busbrand in der Schweiz: Warum die Mitte des Fahrzeugs zur Todesfalle wurde
Busbrand in der Schweiz: Warum die Mitte zur Todesfalle wurde

Busbrand in der Schweiz: Experten erklären tödliche Dynamik des Feuers

In Kerzers in der Schweiz hat sich am Dienstagabend gegen 17.45 Uhr eine schreckliche Tragödie ereignet. Ein 65-jähriger Mann stieg in einen Bus, übergoss sich mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündete sich selbst an. Das Feuer brach genau in der Mitte des Fahrzeugs aus und entwickelte sich binnen Sekunden zu einer tödlichen Falle für die Passagiere im hinteren Teil.

Keine Fluchtmöglichkeit für die hinteren Sitzplätze

Hans Hutter, ein 70-jähriger pensionierter Busunternehmer, erklärt im Gespräch mit dem „Blick“, warum die Lage so aussichtslos war: „Die Passagiere im hinteren Teil des Busses hatten überhaupt keine Chance. Nicht, wenn das Fahrzeug in der Mitte zu brennen beginnt! Sie saßen in einer Todesfalle.“ Für ihn stand sofort fest, dass es sich nicht um einen Motorbrand handeln konnte.

Der Brandherd befand sich am gefährlichsten Ort: in der Mitte des Busses, beim Ein- und Ausstieg. Im hinteren Teil gibt es keine weiteren Türen. Hutter, der selbst viele Jahre Busfahrer war, erläutert: „Das Feuer hat ihnen den Weg nach draußen versperrt. Da nützen auch Hämmer nichts! Das Fahrzeug füllt sich rasend schnell mit Rauch und Flammen. In einer solchen Situation richtig zu reagieren, den Hammer zu finden, zu greifen und dann eine Scheibe einzuschlagen, ist fast unmöglich.“

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Feuer entwickelte sich extrem schnell durch Benzin

Der deutsche Unfallforscher Siegfried Brockmann (67) bestätigt diese Einschätzung. Er erklärt weiter: „Weil das Feuer mit Benzin beschleunigt wurde, sind ganz schnell sehr hohe Temperaturen entstanden. Dadurch haben sich auch die Materialien im Bus binnen Sekunden entflammt. Bei einem normalen Feuer wäre dies nicht annähernd so schnell möglich.“

Laut Brockmann hätten Insassen im vorderen Teil etwa 90 Sekunden länger Zeit gehabt, um durch die vordere Tür der Katastrophe zu entkommen. Für die Menschen hinten im Bus blieb jedoch keine Zeit zur Flucht.

Opfer und Hintergründe der Tragödie

Bei dem Busunglück verloren mindestens sechs Menschen ihr Leben. Neben dem mutmaßlichen Brandstifter starben:

  • Der 63-jährige Busfahrer
  • Zwei Frauen im Alter von 25 und 39 Jahren
  • Ein 29-jähriger Mann
  • Ein 16-jähriger Jugendlicher

Von den fünf Verletzten befinden sich zwei weiterhin im Krankenhaus. Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin sagte, der mutmaßliche Brandstifter aus dem Kanton Bern sei mit Säcken in den Bus gestiegen. Zeugen zufolge verhielt er sich eigenartig, bevor er sich mit einer brennbaren Flüssigkeit übergoss und anzündete. Es wird von einer vorsätzlichen Tat ausgegangen, jedoch nicht mit einem terroristischen Hintergrund.

Nach der Katastrophe wurden an der Unglücksstelle Blumen für die Opfer abgelegt und Kerzen angezündet. Der Bus brannte vollständig aus und hinterließ eine trauernde Gemeinschaft, die nach Antworten auf die Frage sucht, wie sich solche Tragödien in Zukunft verhindern lassen.

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