Prozess in Dessau: Cannabis-Plantage in Wolfen durch astronomische Stromkosten aufgeflogen
Cannabis-Plantage in Wolfen durch hohe Stromkosten entdeckt

Prozess am Landgericht Dessau: Cannabis-Plantage in Wolfener Lagerhalle durch exorbitante Stromkosten entdeckt

Ein Mann, der sich vor dem Landgericht Dessau verantworten muss, schilderte seine Handlungen als reinen Freundschaftsdienst. Er hatte im Jahr 2020, kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, Unterstützung von einem Bekannten erhalten und wollte diesem etwas zurückgeben. Ohne groß über mögliche Risiken nachzudenken, mietete er daraufhin eine große Lagerhalle in Wolfen an, unterschrieb den Mietvertrag und kümmerte sich regelmäßig um die monatlichen Zahlungen in Höhe von mehreren tausend Euro.

Professioneller Anbau durch albanische Bande

Was der Mann nicht ahnte: In der angemieteten Halle errichtete eine albanische Bande eine hochprofessionelle und groß angelegte Cannabis-Plantage. Die Anlage war technisch so ausgeklügelt und der Betrieb so intensiv, dass die illegalen Aktivitäten zunächst unentdeckt blieben. Die Tarnung war nahezu perfekt, bis ein unerwartetes Detail die gesamte Operation auffliegen ließ.

Stromkosten von 200.000 Euro als Wendepunkt

Der entscheidende Hinweis kam schließlich von den örtlichen Energieversorgern. Die Stromkosten für die Lagerhalle überstiegen plötzlich die Marke von 200.000 Euro, was bei den Behörden sofort Alarm auslöste. Eine solche Summe war für einen normalen Lagerbetrieb völlig unüblich und deutete klar auf einen energieintensiven, illegalen Betrieb hin. Die Ermittlungen konzentrierten sich schnell auf die Halle in Wolfen.

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Aufklärung vor Gericht

Bei den anschließenden Durchsuchungen fanden die Ermittler die vollständig eingerichtete Cannabis-Plantage vor. Der Mann, der die Halle angemietet hatte, beteuerte vor Gericht, von den tatsächlichen Vorgängen nichts gewusst zu haben. Er habe lediglich einem Freund helfen wollen und sei sich keiner Schuld bewusst. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm jedoch Beihilfe und Mittäterschaft vor, da seine Handlungen die illegale Plantage erst ermöglichten.

Der Prozess am Landgericht Dessau bringt nun weitere Details ans Licht. Es geht nicht nur um die Frage der Schuld des Mieters, sondern auch um die Strukturen und Methoden der albanischen Bande, die den professionellen Anbau organisiert hatte. Die Ermittler arbeiten daran, das gesamte Netzwerk aufzudecken und weitere Beteiligte zu identifizieren.

Die Geschichte zeigt, wie scheinbar harmlose Gefälligkeiten in kriminelle Machenschaften verstricken können. Die astronomischen Stromkosten wurden letztlich zum Verhängnis für die Täter, die ihre Plantage für sicher gehalten hatten. Das Gericht muss nun entscheiden, inwieweit der Mieter für seine Rolle zur Verantwortung gezogen werden kann.

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