China-Eastern-Absturz 2022: Daten deuten auf absichtliche Treibstoffabschaltung hin
China-Eastern-Absturz: Verdacht auf Absicht erhärtet

Neu veröffentlichte Unterlagen der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB nähren den Verdacht, dass der Absturz einer Maschine der chinesischen Fluggesellschaft China Eastern im März 2022 absichtlich herbeigeführt worden sein könnte. In einem technischen Bericht der Behörde heißt es, die Treibstoffschalter beider Triebwerke der Boeing 737-800 seien in rund 29.000 Fuß Höhe von „Run“ auf „Cut off“ gestellt worden. Daraufhin seien die Drehzahlen der Triebwerke gesunken.

Keine endgültige Ursache, aber klare Daten

Das Dokument nennt keine endgültige Absturzursache. Die Unterlagen wurden auf Grundlage des US-Informationsfreiheitsgesetzes veröffentlicht. Die eigentliche Untersuchung führt die chinesische Luftfahrtbehörde CAAC, die bisher keinen Abschlussbericht vorgelegt hat. Bereits im Mai 2022 hatte das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit den Ermittlungen vertraute Personen berichtet, dass Daten auf eine absichtlich ausgelöste Absturzsequenz hindeuteten.

Experten uneins über Interpretation

Der US-Sender CNN wertete die Daten dahingehend aus, dass jemand im Cockpit die Treibstoffzufuhr absichtlich abgeschaltet haben könnte. „Diese Daten zeigen eindeutig, dass die Treibstoffschalter unmittelbar vor dem Absturz manuell auf Aus gestellt wurden“, sagte der CNN-Luftfahrtanalyst David Soucie. Der Luftfahrtexperte Tony Stanton von der australischen Beratung Strategic Air mahnte bei CNN zur Vorsicht: „Das veröffentlichte Material beweist für sich genommen weder Motiv noch Absicht oder wer die Schalter bewegt hat.“ Die Abfolge sei aber nur schwer mit einem gewöhnlichen mechanischen Ausfall beider Triebwerke zu erklären und passe eher zu einer durch Menschen ausgelösten Unterbrechung der Treibstoffzufuhr.

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Der Absturz und seine Folgen

Die Maschine mit der Flugnummer MU5735 war am 21. März 2022 auf dem Weg von Kunming nach Guangzhou, als sie bei Wuzhou in Südchina den Kontakt zur Flugsicherung verlor und in bergigem Gelände abstürzte. An Bord waren 123 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder. Niemand überlebte. Die CAAC hatte Spekulationen über einen absichtlich herbeigeführten Absturz früher zurückgewiesen.

Der Fall weckt Erinnerungen an den Germanwings-Absturz von 2015, bei dem ein Copilot das Flugzeug absichtlich in den französischen Alpen gegen einen Berg steuerte. Im Fall von China Eastern gibt es jedoch weiterhin keinen offiziellen Abschlussbericht, der eine solche Schlussfolgerung bestätigt. Die NTSB-Daten liefern neue Indizien, aber keine endgültige Klärung.

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