Dating-App-Falle: Jugendliche vor Gericht wegen homophober Überfälle
Dating-App-Falle: Jugendliche vor Gericht

Dating-App-Falle: Jugendliche vor Gericht wegen homophober Überfälle

In einem aufsehenerregenden Fall müssen sich fünf Heranwachsende und Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten. Die Angeklagten sollen homosexuelle Männer gezielt über Dating-Apps in Fallen gelockt, brutal verprügelt, beraubt und homophob beleidigt haben. Die Taten ereigneten sich in Frankfurt (Oder) und Strausberg.

Systematisches Vorgehen mit Lockvogel-Taktik

Laut Anklage errichteten die Beschuldigten gemeinsam mit einem weiteren Mittäter Profile auf Dating-Apps. Über diese Kontakte schrieben sie gezielt homosexuell interessierte Männer an, täuschten sexuelles Interesse vor und lockten ihre Opfer an abgelegene Orte. An den Treffpunkten empfing jeweils ein Angeklagter als sogenannter Lockvogel die Männer scheinbar freundlich.

Plötzlich erschienen dann weitere Mitglieder der Gruppe, die ihre Opfer attackierten. Die Täter handelten in wechselnder Besetzung und filmten ihre Übergriffe regelmäßig. Die brutalen Angriffe führten bei den Opfern zu erheblichen Verletzungen.

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Schwere körperliche und psychische Folgen für Opfer

Einem Bericht der Märkischen Oderzeitung zufolge erlitten einige Opfer Knochenbrüche, die operativ behandelt werden mussten. Andere Männer trugen Prellungen und Hautabschürfungen davon. Neben den körperlichen Verletzungen hinterließen die Überfälle auch tiefe psychische Spuren bei den Betroffenen.

Die Täter erbeuteten bei ihren Angriffen Handys, insgesamt 8.000 Euro Bargeld und Autoschlüssel. Die systematische Vorgehensweise und die dokumentierten Taten werfen ein beunruhigendes Licht auf diese Form der organisierten Kriminalität.

Erstes Urteil bereits gefällt

Nach Angaben einer Gerichtssprecherin wurde ein 18-jähriges Mitglied der Gruppe bereits Ende vergangener Woche zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Der Jugendliche hatte sich geständig gezeigt. Die Verfahren gegen die vier weiteren Angeklagten laufen derzeit vor dem Landgericht Frankfurt (Oder).

Der Fall zeigt die Gefahren, die von gezielten Angriffen über Dating-Plattformen ausgehen können, und unterstreicht die Notwendigkeit von Aufklärung und Prävention gegen homophobe Gewalt.

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