Nach Dresden-Skandal: Innenminister Schuster fordert drastische Maßnahmen gegen Fußball-Chaoten
Nach den skandalösen Szenen beim Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC werden aus der Politik deutliche Forderungen nach härteren Sanktionen laut. Für Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) ist das Maß nun vollständig übergelaufen. Er appelliert eindringlich an die Klubs und Verbände, entschlossener gegen gewalttätige Fußball-Chaoten vorzugehen.
„Es reicht endgültig!“ – Schusters klare Worte
Schuster erklärte auf Nachfrage: „Es reicht endgültig! Die Vereine und die Fußballspitze müssen auf derartige Krawallexzesse mit drakonischen Konsequenzen reagieren. Alle bisherigen Verhandlungen wirken wie Wischiwaschi und haben rein gar nichts gebracht.“ Der Minister betonte weiter: „Wenn der Fußball die Ultras nicht bald unter Kontrolle bringt, müssen wir staatlich schärfer einschreiten. 750 Polizisten im Einsatz, damit Fußball gespielt werden kann, das wird definitiv so nicht bleiben.“
Chaotische Szenen im Rudolf-Harbig-Stadion
Am Samstagabend war es im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion während des Spiels zu chaotischen und gefährlichen Szenen gekommen. In beiden Fanlagern wurde zunächst Pyrotechnik gezündet, anschließend kletterten Anhänger über Zäune und drangen in den Innenraum vor. Dynamo-Fans rannten entlang des Spielfeldes in Richtung Gästeblock, es kam zu direkten Konfrontationen zwischen den verfeindeten Fangruppen. Pyrotechnik wurde hin und her geschossen, was zu einer erheblichen Gefährdung führte. Schiedsrichter Sven Jablonski sah sich gezwungen, die Partie zu unterbrechen und die Teams in die Kabinen zu schicken.
Polizeiliche Ermittlungen und DFB-Verfahren
Die Polizei leitete mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren ein – unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Ticketbetrugs. Insgesamt waren 750 Beamte aus Sachsen, Thüringen und Bayern im Einsatz, um die Lage zu kontrollieren. Inzwischen hat sich auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eingeschaltet. Der Verband bestätigte, dass der DFB-Kontrollausschuss zu Beginn der neuen Woche Ermittlungsverfahren gegen beide Vereine einleiten wird. In einem ersten Schritt werden beide Klubs zu Stellungnahmen aufgefordert, wobei mit empfindlichen Strafen zu rechnen ist.
Längerer Streit um Sicherheitsmaßnahmen
Bereits seit Monaten wird um konkrete Forderungen zur Sicherheit in Stadien gestritten. Im Fokus stehen strengere Stadionverbote und personalisierte Tickets, um Gewalttäter schneller identifizieren zu können. Hertha-Boss Dr. Peter Görlich (59) sowie Dresdens Geschäftsführer Stephan Zimmermann (38) hatten dabei eine vermittelnde Rolle eingenommen. Doch die jüngsten Gewaltausbrüche von Teilen der Ultraszene machen diese Bemühungen vorerst zunichte und unterstreichen die Dringlichkeit von wirksamen Gegenmaßnahmen.



