Heiße Schlussphase: St. Pauli verliert zwei Spieler bei Punktgewinn in Berlin
In einem hochdramatischen Bundesliga-Spiel hat der FC St. Pauli bei Union Berlin mit einem 1:1 einen wichtigen Punkt geholt, doch die letzten Minuten sorgten für erhebliche Turbulenzen. Sowohl auf dem Platz als auch an der Seitenlinie eskalierte die Situation, was letztlich zu zwei Platzverweisen für die Hamburger führte.
Kapitän Irvine sieht Gelb-Rot in der Nachspielzeit
Ausgerechnet Kapitän Jackson Irvine (33) traf es in der entscheidenden Phase. Der Australier hatte in der 85. Minute bereits eine Gelbe Karte für ein Foul an Unions Schäfer an der Seitenlinie kassiert. In der Nachspielzeit griff Irvine erneut in eine Szene ein, nachdem ein Angriff der Kiez-Kicker ins Leere gelaufen war. Erneut kam er zu spät, erneut zeigte Schiedsrichter Tobias Welz (48) Gelb – und damit Gelb-Rot in der 93. Minute.
Irvine gab seine Kapitänsbinde ab und verließ sichtlich frustriert das Feld. Doch die eigentliche Dramatik spielte sich vor der Auswechselbank ab, wo die Emotionen vollends durchgingen.
Co-Trainer Nemeth verliert die Nerven
Während Irvine das Feld verließ, geriet Co-Trainer Peter Nemeth (53) komplett in Rage. Der erfahrene Trainerassistent gestikulierte heftig vor dem vierten Offiziellen und forderte lautstark eine Gelbe Karte – wen genau er meinte, blieb unklar. Schiedsrichter Welz hatte genug von der Szene und zeigte Nemeth umgehend die Rote Karte.
Cheftrainer Alexander Blessin (52), der sich angesichts einer drohenden Gelbsperre bewusst zurückgehalten hatte, erklärte nach dem Spiel: „Vor der Gelb-Roten Karte war unser Spieler Ceesay gefoult worden, erst dann kam das Foul von Jackson. Die gegnerische Bank hatte dann vehement eine Karte gefordert, das fand Peter unfair.“ Blessin deutete an, dass eine Gelbe Karte in dieser Situation vielleicht angemessener gewesen wäre.
Folgen für das Spitzenspiel gegen Bayern München
Die Konsequenzen sind deutlich: Sowohl Jackson Irvine als auch Peter Nemeth werden das nächste Heimspiel gegen Bayern München nur von der Tribüne aus verfolgen können. Für den FC St. Pauli bedeutet dies einen erheblichen personellen Ausfall im wichtigen Spitzenspiel.
Interessanterweise hatte sich Nemeth nach dem Spiel bereits wieder beruhigt und unterhielt sich lachend mit Trainer-Kollege Uwe Neuhaus (66), unter dem er früher bei Arminia Bielefeld und Dynamo Dresden erfolgreich zusammengearbeitet hatte. Doch auf dem Platz bleibt die Rote Karte bestehen.
Das 1:1 in Berlin sichert St. Pauli zumindest einen Punkt in der Bundesliga, doch die turbulenten letzten Minuten werden sicherlich noch für Gesprächsstoff sorgen. Die Mannschaft muss nun ohne ihren Kapitän und einen wichtigen Co-Trainer in das nächste schwere Spiel gehen.



