Dresden: Weltkriegsbombe mit beschädigtem Zünder erfolgreich entschärft
Die Entschärfung einer 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe im Dresdner Zentrum hat den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) vor eine besondere Herausforderung gestellt. Der beim Abwurf stark beschädigte Zünder machte eine manuelle Entschärfung zu gefährlich, wie Sprengmeister Thomas Zowalla erklärte.
Präzisionsarbeit mit Wasserstrahlschneidegerät
„Deswegen haben wir uns dafür entschieden, diesen Zünder samt Bombenboden mit dem Wasserstrahlschneidegerät rauszuschneiden“, so Zowalla. Dabei musste die Justierung ganz genau stimmen, damit der Schneidkopf exakt an der richtigen Stelle schneidet. Diese präzise Arbeit erforderte höchste Konzentration und Fachkenntnis.
Anschließend sprengte Zowalla mit seinem Team von etwa zwölf Personen den Zünder, um den Blindgänger endgültig unschädlich zu machen. Nur ein winziges Stück blieb dabei übrig. „Dieses Teil ist eigentlich das gefährlichste an der gesamten Bombe“, betonte der erfahrene Sprengmeister. Die gesamte Entschärfungsaktion dauerte zwei Stunden.
Glück im Unglück: Nur ein Zünder vorhanden
In die Hände spielte dem KMBD, dass die Bombe nur mit einem Zünder bestückt war. Um Präzision und Trefferquote zu erhöhen, seien früher bei den Bomben teilweise zwei Zünder eingebaut worden, erklärte Zowalla. Dieser Umstand erleichterte die Arbeit der Experten erheblich.
Wäre der Einsatz mit dem Wasserstrahlschneidegerät gescheitert, wäre den Fachleuten nur eine Option geblieben: Die komplette 250-Kilogramm-Bombe zu sprengen. Die Sprengkraft sei dabei nicht zu unterschätzen: „Wenn so eine Bombe in ein Eigenheim einschlägt, dann ist es weg“, verdeutlichte Zowalla die potenzielle Gefahr.
Großräumige Evakuierung notwendig
Der Blindgänger war bei einer Kampfmittelsondierung am Neustädter Elbufer im Bereich der eingestürzten Carolabrücke gefunden worden. Um die Fundstelle richtete die Polizei einen Sperrkreis mit einem Radius von 1.000 Metern ein. Von der Evakuierung waren insgesamt 18.000 Menschen betroffen, die ihre Wohnungen und Häuser vorübergehend verlassen mussten.
Die erfolgreiche Entschärfung ohne Zwischenfälle markiert einen wichtigen Erfolg für den Kampfmittelbeseitigungsdienst und entlastet die Dresdner Bevölkerung von einer latenten Gefahr, die seit Jahrzehnten im Boden schlummerte.



