Mexikos gefürchteter Drogenboss 'El Mencho' bei Sicherheitsoperation getötet
Der mächtigste Drogenboss Mexikos, Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als 'El Mencho', ist nach Medienberichten von mexikanischen Sicherheitskräften getötet worden. Die Operation fand in Tapalpa im Bundesstaat Jalisco statt und löste eine heftige Reaktion von mutmaßlichen Kartellmitgliedern aus. Gouverneur Pablo Lemus teilte auf X mit, dass die Aktion zu weitreichenden Unruhen führte.
Gewaltsame Reaktion des Kartells Jalisco Nueva Generación
Als Antwort auf den Tod ihres Anführers blockierten Kartellmitglieder in mehreren Bundesstaaten, darunter Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, Straßen mit brennenden Autos, Lastwagen und Bussen. Zudem wurden Feuer in Apotheken und kleinen Einzelhandelsgeschäften gelegt. In der Touristenstadt Puerto Vallarta an der Pazifikküste waren große schwarze Rauchwolken und brennende Fahrzeuge zwischen den Gebäuden zu sehen. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen, und die US-Botschaft gab eine Warnung für US-Bürger aus, in ihren Unterkünften zu bleiben.
Die Karriere des 'Herrn der Hähne'
'El Mencho', der am 17. Juli 1966 in Aguililla, Michoacán, geboren wurde, wurde 59 Jahre alt. Sein Spitzname 'Herr der Hähne' stammt von seiner Vorliebe für Hahnenkämpfe, während 'El Mencho' eine Ableitung seines Vornamens Nemesio ist. Er führte seit 2011 das von ihm gegründete Drogenkartell Jalisco Nueva Generación (CJNG) an, das von der US-Regierung als ausländische Terrororganisation eingestuft wurde. Das Kartell ist in Fentanyl-Handel, Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie Waffenhandel verwickelt und hat Verbindungen bis nach China und Australien.
Vom Polizisten zum gefährlichen Kartellchef
Oseguera begann seine kriminelle Laufbahn in den 1990er Jahren. 1994 wurde er in Sacramento, Kalifornien, wegen Heroinschmuggels verhaftet und nach drei Jahren Haft nach Mexiko abgeschoben. Dort arbeitete er zunächst als Polizist in Jalisco, bevor er sich dem Milenio-Kartell anschloss und später mit dem Sinaloa-Kartell von 'El Chapo' Guzmán zusammenarbeitete. Nach einer Abspaltung gründete er das CJNG, das sich unter seiner Führung zu einer der mächtigsten kriminellen Organisationen Mexikos entwickelte.
Das 'Unternehmen mit den vier Buchstaben'
Das CJNG, von seinen Mitgliedern als 'Unternehmen mit den vier Buchstaben' bezeichnet, verfügt über ein großes Waffenarsenal und gepanzerte Fahrzeuge. Es verübte blutige Anschläge auf Sicherheitskräfte, hängte Leichen an Brücken auf und schoss einen Militärhubschrauber ab, wobei neun Menschen starben. Dem Kartell wird vorgeworfen, junge Menschen mit falschen Jobangeboten zwangsweise zu rekrutieren. 'El Mencho', der ein unauffälliges Leben führte, soll ein Milliardenvermögen besitzen und Geld mit Immobilien, Viehzucht und Musikgeschäften gewaschen haben. Narco-Lieder und Propagandavideos feiern seine Machenschaften in sozialen Netzwerken.



