Drogenhandel: 333 Kilo Captagon geschmuggelt – Deal zum Prozessauftakt
Drogenhandel: 333 Kilo Captagon – Deal zum Prozessauftakt

Halle (Saale)/MZ. - Seit Sommer 2025 sitzt ein 37-jähriger Mann mit deutscher und niederländischer Staatsbürgerschaft in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, 333 Kilogramm der Partydroge „Captagon“ über einen Lebensmittelladen in Landsberg bei Halle geschmuggelt und verkauft zu haben. Der Straßenverkaufswert der Drogen wird auf rund 20 Millionen Euro geschätzt. Zum Auftakt des Prozesses am Landgericht Halle wurde nun ein Deal bekannt, der die Höhe der Strafe bereits im Vorfeld festlegt.

Der Vorwurf: Organisierter Drogenhandel

Laut Anklage soll der Beschuldigte die Drogen in mehreren Lieferungen aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht haben. Der Lebensmittelladen in Landsberg diente als Umschlagplatz und Versteck. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann Teil eines größeren Netzwerks ist, das Captagon in ganz Europa vertreibt. Captagon, eine synthetische Droge aus der Gruppe der Amphetamine, ist vor allem im Nahen Osten verbreitet, wird aber zunehmend auch in Europa konsumiert.

Der Deal: Strafmaß steht fest

Obwohl der Angeklagte bisher nicht ausgesagt hat und noch keine Zeugen gehört wurden, steht das Strafmaß bereits fest. Im Rahmen einer Absprache zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht wurde eine Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten vereinbart. Der Angeklagte muss zudem die Verfahrenskosten tragen. Im Gegenzug legt er ein Geständnis ab. Der Deal ist rechtlich zulässig und soll den Prozess beschleunigen. Der Vorsitzende Richter betonte, dass die Vereinbarung transparent und für alle Seiten akzeptabel sei.

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Reaktionen und Ausblick

Der Anwalt des Angeklagten, Silvio Szabó, zeigte sich zufrieden mit der Einigung. Sein Mandant habe die Tat eingeräumt und wolle mit den Behörden kooperieren. Die Staatsanwaltschaft bewertete das Geständnis als wichtigen Schritt zur Aufklärung des Falls. Der Prozess wird fortgesetzt, um die Details des Geständnisses zu prüfen und weitere Beweise zu sichern. Ein Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet.

Der Fall zeigt, wie die Justiz mit Hilfe von Deals auch komplexe Drogenverfahren effizient abschließen kann. Kritiker bemängeln jedoch, dass solche Absprachen oft zu milden Strafen führen. Im vorliegenden Fall liegt die Strafe im mittleren Bereich des möglichen Strafrahmens für bandenmäßigen Drogenhandel.

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