Vor dem Landgericht Kempten hat ein Ehepaar gestanden, über Jahre hinweg Millionen Euro aus Parkautomaten gestohlen zu haben. Der Hauptangeklagte Michael M., ein ehemaliger Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, soll zwischen 2016 und 2026 rund 1,8 Millionen Euro entwendet haben. Sein Trick: Er öffnete die Automaten mit einem speziell angefertigten Schlüssel und entnahm die Münzen. Die Tat blieb lange unentdeckt, da er die Manipulationen geschickt tarnte.
So funktionierte der Diebstahl
Michael M. nutzte seine Position als Bauhof-Mitarbeiter, um an die Parkautomaten zu gelangen. Er fertigte einen Nachschlüssel an, mit dem er die Geräte öffnen konnte. Um keine Verdacht zu erregen, entnahm er nur kleine Beträge pro Automat und verteilte die Diebstähle über viele Standorte. Die fehlenden Münzen fielen nicht auf, da die Automaten regelmäßig geleert wurden und die Abrechnungen nur grob geprüft wurden.
Das System wurde immer dreister
Mit der Zeit steigerte der Angeklagte die entwendeten Summen. Er begann mit wenigen hundert Euro pro Monat und steigerte sich auf bis zu 20.000 Euro monatlich. Das Geld deponierte er in seinem Haus und nutzte es für Luxusausgaben, Urlaube und den Bau eines Eigenheims. Seine Ehefrau half ihm dabei, die Münzen zu waschen und in kleinen Betragen auf Konten einzuzahlen.
Erst als ein Kollege bei einer Routinekontrolle Unregelmäßigkeiten bemerkte, flog der Schwindel auf. Eine interne Untersuchung der Stadt Kempten förderte die jahrelangen Manipulationen zutage. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Paar gewerbsmäßigen Bandendiebstahl vor. Der Prozess wird fortgesetzt, ein Urteil wird in den nächsten Wochen erwartet.



