Ab kommenden Montag, dem 18. Mai, startet im Landkreis Prignitz die diesjährige Bekämpfungsaktion gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS). Wie der Landkreis mitteilte, fällt die Aktion in diesem Jahr deutlich umfangreicher aus als in den Vorjahren, da Experten mit einer starken EPS-Population in der Region rechnen. Erstmals kommt dabei auch ein Hubschrauber zum Einsatz.
Hintergrund der verstärkten Bekämpfung
Die Notwendigkeit für die groß angelegte Aktion zeichnete sich bereits im vergangenen Jahr ab. Aufgrund der Frühjahrstrockenheit 2025 konnte sich der Schädling weit stärker ausbreiten als ursprünglich erwartet. Dies führte zu einer deutlichen Zunahme der Population, die nun eine koordinierte Bekämpfung erforderlich macht. Die zuständigen Landesbehörden – der Landesbetrieb Straßenwesen, der Landesbetrieb Forst sowie das Landesamt für Umwelt – haben sich gemeinsam mit dem Landkreis Prignitz auf eine abgestimmte Vorgehensweise verständigt.
Zeitplan und Umfang der Luftbekämpfung
Per Hubschrauber sollen insgesamt 610,8 Hektar Fläche behandelt werden. Der Großteil dieser Flächen, nämlich 278,6 Hektar, liegt im Bereich des Amtes Bad Wilsnack/Weisen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet mit 176,25 Hektar das Amt Lenzen-Elbtalaue. Die Konzentration entlang der Elbe erklärt sich durch die besonders starke Verbreitung des EPS in diesem Gebiet. Die Bekämpfung aus der Luft erstreckt sich jedoch über alle elf Städte, Großgemeinden und Ämter im Landkreis Prignitz.
Der Hubschrauber startet von drei verschiedenen Standorten aus. Zunächst beginnt der Einsatz in Legde (Amt Bad Wilsnack/Weisen), anschließend geht es in Eldenburg (Amt Lenzen-Elbtalaue) weiter, und schließlich startet der Hubschrauber von Reetz (Amt Putlitz-Berge) aus. Für jeden Startort wurde eine klare Tourenfolge festgelegt, um alle betroffenen Gebiete abzudecken.
Straßensperrungen und Bodenbekämpfung
Während der Überflüge kann es zu vorübergehenden Straßen- und Flächensperrungen kommen. Behandelte Flächen an Waldrändern werden mit Hinweisschildern gekennzeichnet. An sensiblen Orten wie Spielplätzen oder Einzelbäumen in Ortslagen erfolgt die Bekämpfung vom Boden aus. Auf weiteren 267,12 Hektar wird das biologische Insektizid von Bodengeräten aus ausgebracht. Der größte Anteil entfällt dabei mit 116,11 Hektar auf das Stadtgebiet von Wittenberge.
Entlang der Landes- und Bundesstraßen ist der Landesbetrieb Straßenwesen für die Bodenbekämpfung zuständig. Diese Maßnahmen haben bereits begonnen und sollen bis Mittwoch, den 13. Mai, abgeschlossen sein. Entlang der Kreisstraßen übernimmt der Landkreis Prignitz die Bekämpfung, die jedoch nicht vor dem 18. Mai startet. Über das Feiertagswochenende um Christi Himmelfahrt (14. bis 17. Mai) sind keine Bekämpfungsmaßnahmen geplant.
Eingesetztes Mittel und Gefahren durch den EPS
Wie in den Vorjahren kommt das Biozid „Foray ES“ mit dem Wirkstoff „Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki“ zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein natürlich vorkommendes Bakterium, das in aufbereiteter Form als wässrige Lösung ausgebracht wird. Das Mittel gilt als unbedenklich für Menschen und nicht blattfressende Insekten. Die ausgebrachte Suspension trocknet innerhalb kurzer Zeit ab.
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, dessen Raupen im Larvenstadium Brennhaare entwickeln. Diese Haare können bei Kontakt mit Menschen und Tieren Juckreiz, Hautentzündungen und Nesselsucht auslösen. Besonders gefährlich ist der Kontakt mit den Augen oder Atemwegen, der zu stärkeren Reaktionen führen kann. Der Landkreis Prignitz informiert die Öffentlichkeit tagesaktuell über den Einsatz auf seiner Website und im WhatsApp-Nachrichtenkanal.



