Herzinfarkte in Sachsen-Anhalt: Deutlicher Rückgang trotz hoher Risikofaktoren
Herzinfarkte in Sachsen-Anhalt sinken deutlich

Gute Nachrichten aus Sachsen-Anhalt: Die Zahl der Herzinfarkte ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Laut dem aktuellen Gesundheitsatlas der AOK sank die Fallzahl zwischen 2017 und 2024 um rund 27 Prozent. Wurden 2017 noch 7.400 Herzinfarkte in den Krankenhäusern des Landes dokumentiert, waren es 2024 nur noch 5.400 Fälle.

Bundesweiter Vergleich: Sachsen-Anhalt verbessert sich

Bundesweit werden die meisten Herzinfarkte in Thüringen registriert. Sachsen-Anhalt belegt nach Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Brandenburg den sechsten Platz. Im sogenannten „fairen“ Vergleich, bei dem unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstrukturen berücksichtigt werden, rangiert das Land sogar auf Platz elf. In der Vergangenheit gehörte Sachsen-Anhalt viele Jahre zu den Ländern mit den höchsten Herzinfarktraten Deutschlands. Die aktuelle Entwicklung zeigt eine deutliche Verbesserung.

Risikofaktoren bleiben auf hohem Niveau

Trotz des Rückgangs der Herzinfarktzahlen bleiben die Erkrankungen, die als Risikofaktoren gelten, auf einem hohen Niveau. Bei Bluthochdruck liegt Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich auf Platz zwei, direkt nach Thüringen. Besonders besorgniserregend ist die Verbreitung von Diabetes mellitus Typ 2: Mit einer Rate von 16 Prozent belegt Sachsen-Anhalt hier bundesweit den Spitzenplatz.

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Ursachen für den positiven Trend

Tanja Napiontek, Beratungsärztin bei der AOK Sachsen-Anhalt, erklärt den Rückgang der Herzinfarkte: „Der positive Trend dürfte vor allem auf bessere Prävention, veränderte Lebensgewohnheiten und Fortschritte in der medizinischen Versorgung zurückzuführen sein.“ Besonders wichtig seien Vor- und Nachsorgeuntersuchungen sowie eine konsequente Behandlung von Risikofaktoren.

Geschlechterunterschiede bei Herzinfarkten

Der Gesundheitsatlas zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Im Jahr 2024 lag die Rate bei Männern bei 460 Fällen je 100.000 Männern, während sie bei Frauen mit 230 Fällen je 100.000 Frauen deutlich niedriger ausfiel. „Für diese Unterschiede sind überwiegend Lebensstilfaktoren oder biologische Faktoren verantwortlich. Frauen und Männer haben unterschiedliche Risikoprofile“, so Napiontek. Allerdings hätten Frauen oft andere Symptome, die mit Magen-Darm-Beschwerden, Stress oder Erschöpfung verwechselt werden könnten. Dadurch würden Herzinfarkte bei Frauen häufig nicht rechtzeitig erkannt.

Handlungsbedarf: Prävention und Aufklärung

Sachsen-Anhalt sei beim Thema Gesundheit noch nicht am Ziel angekommen, betont Napiontek. Um den positiven Trend zu verstetigen, müssten die Risikofaktoren weiter bekämpft und mehr Prävention und Aufklärung betrieben werden. Dies sei nicht nur eine Frage des Alters, sondern hänge auch mit mangelnder Aufklärung, falscher Ernährung, Übergewicht und fehlender Bewegung zusammen. Die AOK setzt daher verstärkt auf Präventionsprogramme und Aufklärungskampagnen, um die Herzgesundheit der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern.

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