Epstein-Opfer verklagen US-Regierung und Google nach schwerem Datenleck
Die Opfer des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (†66) sehen sich erneut mit schwerwiegenden Verletzungen ihrer Privatsphäre konfrontiert. Durch die Veröffentlichung der sogenannten „Epstein-Files“ durch das US-Justizministerium wurden zahlreiche Namen und sensible Daten der Betroffenen nicht ausreichend geschwärzt, was zu einer erneuten Traumatisierung führt. Jetzt haben die Überlebenden Klagen gegen die US-Regierung und den Technologiekonzern Google eingereicht.
Schwere Fehler bei der Veröffentlichung der Akten
Ende Januar 2026 hatte das US-Justizministerium rund drei Millionen Seiten zu den Ermittlungen im Epstein-Skandal veröffentlicht. Die Dokumente enthalten Informationen über Kontakte, Ermittlungsverfahren und mutmaßliche Opfer des Multimillionärs. Bei der Aufbereitung der Akten kam es jedoch zu gravierenden Fehlern: Obwohl viele Stellen in den Berichten geschwärzt wurden, blieben in einigen Fällen die Namen und persönlichen Daten der Opfer vollständig sichtbar.
Laut den Klägerinnen wurden durch diesen Fehler etwa hundert Überlebende des verurteilten Sexualstraftäters öffentlich identifiziert. „Die US-Regierung hat die persönlichen Daten der Opfer veröffentlicht und sie damit der gan Welt zugänglich gemacht“, erklärten die Betroffenen in ihrer Klageschrift. Das Justizministerium hat den Fehler inzwischen eingeräumt und die Dokumente vorübergehend zurückgezogen.
Google ignoriert Löschungsersuchen der Opfer
Doch das Problem ist damit nicht gelöst: Die sensiblen Daten sind weiterhin im Internet auffindbar. Über Suchmaschinen und KI-generierte Inhalte – insbesondere bei Google – tauchen die Namen und teilweise sogar ungepixelte Bilder der Betroffenen nach wie vor auf. Die Opfer berichten, dass ihre Bitten um Löschung dieser Inhalte von Google bislang ignoriert worden seien.
Die Klägerinnen betonen, dass diese fortgesetzte Verfügbarkeit der Daten zu erheblichen Belastungen führt. „Fremde Personen rufen die Betroffenen an, schicken ihnen verstörende E-Mails und bedrohen ihre physische Sicherheit“, heißt es in der Klageschrift. Einige würden sogar beschuldigt, mit Epstein unter einer Decke gesteckt zu haben, obwohl sie in Wirklichkeit seine Opfer waren.
Hintergrund: Der Epstein-Skandal
Jeffrey Epstein war bereits 2008 wegen Sexualdelikten an Minderjährigen verurteilt worden. Nach einem umstrittenen Deal verbrachte er nur etwa ein Jahr im Gefängnis. Im Jahr 2019 wurde der Multimillionär erneut festgenommen, doch wenige Wochen später fand man ihn tot in seiner Gefängniszelle in New York. Offizielle Angaben sprechen von Suizid, doch die Umstände seines Todes bleiben bis heute umstritten.
Die nun veröffentlichten Epstein-Files werfen ein neues Licht auf das weitverzweigte Netzwerk des Sexualstraftäters und die Ermittlungen der US-Behörden. Die unzureichende Schwärzung der Opferdaten stellt jedoch einen weiteren schweren Fehler in der Aufarbeitung des Skandals dar.
Die Klagen gegen die US-Regierung und Google zielen darauf ab, die vollständige Löschung der sensiblen Daten durchzusetzen und Entschädigungen für die erlittenen Traumata zu erwirken. Die Betroffenen fordern zudem strengere Datenschutzmaßnahmen bei der Veröffentlichung von Ermittlungsakten in ähnlichen Fällen.



