Staatsanwaltschaft ermittelt: Erzieher in katholischer Kita soll Kinder missbraucht haben
Ermittlungen: Kita-Erzieher soll Kinder sexuell missbraucht haben

Schwere Vorwürfe in katholischer Kita: Erzieher soll Kinder missbraucht haben

In der Südpfalz ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Erzieher einer katholischen Kindertagesstätte wegen des dringenden Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Der erste konkrete Verdachtsfall wurde bereits im Oktober 2025 intern gemeldet, woraufhin der betreffende Mitarbeiter umgehend freigestellt wurde. Die betroffenen Eltern erfuhren jedoch erst Monate später, Anfang Februar 2026, von den schwerwiegenden Vorwürfen.

Monatelange Informationslücke bei Eltern

Das Bistum Speyer bestätigte auf Anfrage, dass die Elternschaft der Kita in der Verbandsgemeinde Edenkoben nicht unmittelbar informiert wurde. „Leider nicht sofort, sondern erst Monate später“ seien die betroffenen Familien von der Kita-Leitung und der Interventionsbeauftragten des Bistums in Kenntnis gesetzt worden. Die Verantwortlichen haben sich sowohl bei den direkt betroffenen Eltern als auch bei den anderen Familien der Einrichtung für dieses Versäumnis entschuldigt.

In einer Stellungnahme betonte das Bistum: „Bei der Aufarbeitung des Vorfalls ist dafür zu sorgen, dass die Abläufe in Zukunft schnell und korrekt im Sinne des Kindeswohls funktionieren.“ Gleichzeitig verteidigte die Diözese ihr zunächst abwartendes Vorgehen mit der Notwendigkeit, „zuerst den Sachverhalt aufzuklären, ehe eine große Gruppe informiert wird“, um keine unnötige Verunsicherung zu verbreiten und polizeiliche Ermittlungen nicht durch Gerüchte zu gefährden.

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Staatsanwaltschaft bestätigt vier Verdachtsfälle

Die Staatsanwaltschaft Landau bestätigte, dass gegen den Kita-Mitarbeiter im Kreis Südliche Weinstraße ermittelt wird. Der Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern erstreckt sich auf vier konkrete Fälle. Eine erste Strafanzeige ging Mitte Januar 2026 ein, inzwischen liegen weitere Anzeigen vor. Das Bistum Speyer hatte selbst Strafanzeige erstattet.

Kritik am Informationsmanagement kam insbesondere vom Kreiselternausschuss (KEA), der die Interessen der Kita-Eltern im Kreis Südliche Weinstraße vertritt. Obwohl bereits im Oktober 2025 eine Kollegin des beschuldigten Erziehers einen ersten Verdacht gemeldet hatte, wurde die gesamte Elternschaft erst nach erheblicher Verzögerung informiert.

Frühere Beschwerden und Arbeitsverhältnisse

Das Bistum Speyer bestätigte dem SWR, dass sich bereits im Juli 2025 eine Familie schriftlich über den Erzieher beschwert hatte. Damals ging es um sein allgemeines Auftreten gegenüber einem Kind. In einem anschließenden Gespräch mit der Kita-Leitung zeigte sich der Mitarbeiter einsichtig und änderte laut Bistumsangaben sein Verhalten.

Der beschuldigte Erzieher hatte laut Bistumsangaben bereits in anderen katholischen Kitas im Kreis Südliche Weinstraße gearbeitet. Dem Träger waren aus diesen früheren Arbeitsverhältnissen keine Auffälligkeiten bekannt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an, während das Bistum interne Abläufe überprüft, um künftig schneller und transparenter zu handeln.

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