Ex-Hells Angel vor Gericht: „Das Monster“ soll Ehefrau über 120 Männern angeboten haben
Ein ehemaliges hochrangiges Mitglied der berüchtigten Hells Angels, das sich selbst als „das Monster“ bezeichnete, muss sich in Schweden vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 62-Jährigen vor, seine eigene Ehefrau über Jahre hinweg zur Prostitution gezwungen und sie über 120 Männern zum Sex angeboten zu haben. Der Mann, der die Vorwürfe bestreitet, wurde bereits Ende Oktober im Norden Schwedens festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Martyrium durch Drogen, Gewalt und Drohungen
Laut der ausführlichen Anklageschrift setzte der Angeklagte seine Frau mit brutalen Methoden unter Druck. Er nutzte ihre Drogenabhängigkeit aus, bedrohte sie mit Mord und überwachte sie durch mehrere Kameras in der gemeinsamen Wohnung. Die Staatsanwältin Ida Annerstedt berichtet von konkreten Drohungen: Der Mann habe angedroht, seine Frau zu töten, sie mit Benzin zu übergießen, zu verbrennen oder ihr die Finger abzuschneiden.
Die Anklage umfasst schwerste Straftaten:
- Schwere Zuhälterei über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren
- Acht Vergewaltigungen, darunter eine durch einen weiteren Mann
- Vier Fälle von Körperverletzung
- Vier versuchte Vergewaltigungen
Die Anzahl der tatsächlichen Missbrauchstaten beläuft sich nach Ermittlungen auf mehrere Hundert. Viele der identifizierten Männer trafen die Frau dabei mehrfach.
Systematische Ausbeutung über Jahre
Der Angeklagte organisierte die sexuellen Kontakte systematisch: Er bot seine Ehefrau im Internet an, vereinbarte die Treffen mit den zahlenden Kunden und kassierte die Einnahmen. Die Tatzeit erstreckt sich von August 2022 bis Oktober 2025. Bis Februar konnten die Ermittler bereits 120 Männer identifizieren, die für Sex mit dem Opfer bezahlt haben sollen.
Die Anwältin der Ehefrau erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, ihre Mandantin habe „schwere und besonders schwere Straftaten“ erlitten. „Sie hofft nun, Gerechtigkeit zu erlangen.“ Der Prozess wird voraussichtlich am 13. April vor dem Bezirksgericht Ångermanland beginnen. Dem Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Konsequenzen auch für Freier
Auch den zahlenden Männern, die aus ganz Schweden stammen sollen, drohen rechtliche Konsequenzen. In Schweden ist der Kauf sexueller Dienstleistungen seit 1999 illegal, während der Verkauf von Sex straffrei bleibt. Diese Gesetzgebung zielt darauf ab, die Nachfrage nach Prostitution zu reduzieren und die Ausbeutung von Personen in der Sexarbeit zu bekämpfen.
Der Fall zeigt einmal mehr die brutalen Methoden, mit denen einige Täter ihre Machtposition ausnutzen, um andere Menschen systematisch auszubeuten. Die schwedischen Behörden demonstrieren mit der umfangreichen Anklage ihre Entschlossenheit, gegen solche Formen der organisierten Ausbeutung vorzugehen.



