Ex-Häftling terrorisiert Ducherow: Eltern in Angst um Kinder
Ex-Häftling terrorisiert Ducherow: Eltern in Angst (01.05.2026)

In Ducherow, einem idyllischen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, herrscht seit Monaten Angst und Schrecken. Ein polizeibekannter Intensivtäter terrorisiert die Bewohner. Beleidigungen, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung stehen auf dem Programm. Besonders Eltern sorgen sich um ihre Kinder.

Eltern in Sorge

Eine mehrfache Mutter, die anonym bleiben möchte, wandte sich verzweifelt an den Nordkurier. Ihr Sohn wurde auf offener Straße bedroht und beraubt. „Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr allein auf die Straße. Die Kinder haben Angst auf dem Weg zur Schule“, berichtet sie. Fast täglich ist die Polizei im Dorf präsent. Sie möchte niemanden an den Pranger stellen, aber auf die unhaltbare Situation aufmerksam machen.

Bürgermeister im Austausch mit der Polizei

Ducherows Bürgermeister Martin Weitmann bestätigt, dass in fast jeder Bürgersprechstunde die Taten des Mannes Mitte 40 Thema sind. Der Mann ist von Kindesbeinen an Einwohner der Gemeinde, aber bereits vielfach negativ aufgefallen und in Haft gewesen. Geschäftsleute verschließen tagsüber ihre Türen, damit der Unruhestifter nicht hereinkommt. Auch ältere Menschen melden sich, die auf offener Straße angepöbelt wurden oder sich über Lärm beschweren. Weitmann steht in regelmäßigem Austausch mit der Polizei und dem Landkreis, doch eine Lösung wurde noch nicht gefunden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Polizei bestätigt zahlreiche Ermittlungsverfahren

Die zuständige Polizeiinspektion Anklam bestätigt, dass seit Jahresbeginn mehr als 20 Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet wurden. „Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Rohheitsdelikte, unter anderem ein Fall des räuberischen Diebstahls und Körperverletzungen sowie diverse Fälle von Beleidigungen und Hausfriedensbruch“, so Sprecherin Cindy Trehkopf. Die Ortschaft wird regelmäßig bestreift, strafbares Verhalten wird konsequent geahndet. Im Kriminalkommissariat Anklam herrscht eine hohe Sensibilisierung, die Fälle werden priorisiert bearbeitet. Vor einigen Wochen wurde der Mann für zehn Tage in Gewahrsam genommen, weil er erneut wegen Bedrohung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte auffällig geworden war. Inzwischen ist er wieder zurück in Ducherow.

Berufungsprozess vor dem Landgericht

Der Mann muss sich in diesen Tagen einem Berufungsprozess vor dem Landgericht Neubrandenburg stellen. Es geht um ein Urteil wegen Straftaten aus dem Jahr 2021, darunter Fahren ohne Fahrerlaubnis, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Bedrohung und Raub. Das ursprüngliche Urteil lautete zwei Jahre und vier Monate Haft. Da nur der Angeklagte Berufung eingelegt hat, kann das Landgericht keine höhere Strafe verhängen, aber möglicherweise eine niedrigere. Fällt die Strafe auf zwei Jahre oder darunter, käme eine Bewährungsstrafe in Frage – allerdings nur bei günstiger Sozialprognose. Angesichts der aktuellen Vorfälle in Ducherow scheint dies jedoch unwahrscheinlich.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration