Jahrzehntelang engagierte er sich in der Kommunalpolitik, gestaltete unter anderem als Ratsherr die Geschicke seiner Stadt mit. Nun bekommt das Bild des ehrenamtlich tätigen Vorbildes tiefe Risse. Gegen den Mann aus der Region Hannover erhob die Staatsanwaltschaft inzwischen zwei Anklagen wegen Besitzes von Missbrauchsdateien.
Durchsuchung im Sommer 2023
Bereits im Sommer 2023 hatte die Kripo nach einem Hinweis das Haus des 75-Jährigen durchsucht. Auf Smartphone und Laptop des seinerzeit noch aktiven Kommunalpolitikers fanden die Ermittler rund 6500 Dateien mit Bildern und Videos, die unter anderem den schweren sexuellen Missbrauch von Mädchen im Kleinkindalter zeigten.
Zweite Durchsuchung ein Jahr später
Aus den Ermittlungen zog der 75-Jährige damals offenbar keine Konsequenzen – im Gegenteil. Ein Jahr später stand die Polizei wiederholt vor seiner Tür mit einem Durchsuchungsbeschluss. Erneut wurden auf seinen Geräten Dateien entdeckt. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Hannover in beiden Fällen Anklage erhoben. Insgesamt soll es um mehr als 12.000 Dateien gehen.
Anwalt: Mandant legte alle Ämter nieder
Daniel Brunkhorst, Anwalt des angeschuldigten Pensionärs, erklärte: „Richtig ist, dass mein Mandant sich jahrzehntelang für das Gemeinwohl engagiert und dass er unmittelbar nach der Durchsuchung in dieser Sache alle seine Ämter niedergelegt hat. Die Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft Hannover gegen meinen Mandanten erhebt, stehen in keinerlei Zusammenhang mit diesem Engagement und sind privater Natur.“ Sein Klient arbeite das „Geschehen“ mittlerweile professionell auf, wie der Anwalt betont.
Prozessauftakt im Frühsommer
Der Prozess vor dem Amtsgericht Hannover startet voraussichtlich im Frühsommer. Zuerst hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.



