Ex-Weltärztechef zeigt österreichische Tankstelle an
Der ehemalige Weltärztechef und Ehrenpräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery (73), hat in Österreich für Aufsehen gesorgt. Der während der Corona-Pandemie als Hardliner bekannte Mediziner erstattete Strafanzeige gegen einen Tankstellenbetreiber – der Grund: eine Differenz von lediglich 3,24 Euro.
Der Vorfall in Lienz
Am 8. März suchte Montgomery in der Tiroler Stadt Lienz mit etwa 12.000 Einwohnern per App die günstigste Tankstelle. Auf einer Werbetafel entdeckte er einen Super-95-Preis von 1,599 Euro pro Liter, doch an der Zapfsäule wurde plötzlich 1,999 Euro verlangt. Montgomery brach den Tankvorgang nach 8,11 Litern ab und sollte 16,21 Euro zahlen. An der Kasse forderte er einen Nachlass, der ihm jedoch verwehrt wurde.
Montgomery dokumentierte den Vorfall mit Fotos und reichte diese zusammen mit der Tankquittung bei der Polizei ein. In seiner Anzeige wirft er dem Betreiber gewerbsmäßigen Betrug vor, da ihm durch die Preisdifferenz ein Schaden von 3,24 Euro entstanden sei.
Wortgefecht mit dem Tankstellenbetreiber
Als sich Montgomery beim Geschäftsführer beschwerte, erhielt er zur Antwort, die Hinweistafel sei schon lange defekt. Montgomery entgegnete, die Tafel müsse dann zumindest durchgestrichen oder unkenntlich gemacht werden. Der Betreiber soll geantwortet haben: „Daran habe ich kein Interesse, die wird irgendwann repariert. Es gilt der Preis an der Zapfsäule – nichts anderes.“
Für Montgomery wurde der Verdacht auf Betrug bestärkt, als er zwei Stunden später dieselbe Tankstelle passierte und die Anzeige nun einen Preis von 1,759 Euro anzeigte. Dies wertete er als Beweis, dass die Tafel verstellbar sei.
Rechtliche Bewertung und Reaktionen
Thomas Diemling (57), Geschäftsführer des Unternehmens, erklärte, die Tafel sei nur auf einer Seite defekt gewesen. Nach Informationen der BILD zeigt die Polizei in Lienz wenig Interesse an einer Strafverfolgung, da laut geltender Regelung ausschließlich der Preis an der Zapfsäule zählt.
Montgomery, der während der Corona-Epidemie durch polarisierende Aussagen wie „Tyrannei der Ungeimpften“ bekannt wurde, sorgt mit dieser Aktion erneut für Diskussionen. Ob die Strafanzeige Erfolg haben wird, bleibt angesichts der rechtlichen Lage ungewiss.



