Ein Schnorchelgang am Kriegsgrab – und der Chef des FBI mittendrin: Kash Patel (46) steht nach einem geheimen VIP-Schnorcheln in Pearl Harbor massiv in der Kritik. Als Patel vergangenen Sommer nach Hawaii reiste, betonte das FBI offiziell seine Diensttermine: Besuch im FBI-Büro in Honolulu, Treffen mit Sicherheitsbehörden. Nicht erwähnt wurde jedoch ein exklusiver Tauchausflug rund um das gesunkene US-Kriegsschiff USS Arizona in Pearl Harbor. Doch genau diesen Ausflug belegen Regierungsmails, die der Nachrichtenagentur AP vorliegen.
Das gesunkene Schlachtschiff als militärischer Friedhof
Das gesunkene US-Schlachtschiff USS Arizona ist ein militärischer Friedhof und gilt als eine der wichtigsten Gedenkstätten der USA. Mehr als 900 Seeleute und Marinesoldaten liegen dort seit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor 1941 begraben. Schnorcheln und Tauchen sind an der USS Arizona grundsätzlich verboten. Laut US-Marine wurden die Teilnehmer ausdrücklich angewiesen, das Wrack weder zu berühren noch mit ihm in Kontakt zu kommen. Wie genau der Ausflug organisiert wurde, ist bis heute unklar. Die Marine bestätigte zwar den Tauchausflug, konnte laut AP aber nicht erklären, wer die Aktion ursprünglich angestoßen hatte. Auch das FBI beantwortete Fragen zu dem Schnorchel-Ausflug bislang nicht.
Scharfe Kritik von Veteranen und Organisationen
In den USA sorgt der Ausflug für massive Kritik: US-Marine-Veteran Hack Albertson fand drastische Worte. Der Schnorchel-Ausflug sei wie ein Junggesellenabschied in einer Kirche. Pearl Harbor sei heiliger Boden und müsse mit der Würde behandelt werden, die der Ort verdient. Auch Stacey Young von dem Netzwerk Justice Connection griff Patel scharf an: Es passe zu einem Muster, dass FBI-Direktor Patel immer wieder in fragwürdige Ablenkungen verstrickt – diesmal ausgerechnet an einem Ort, der an den zweittödlichsten Angriff der US-Geschichte erinnere.
Patels Reisen immer wieder in der Kritik
Patel steht seit Monaten wegen seines Umgangs mit staatlichen Ressourcen unter Druck. Bereits im Februar hatte es Schlagzeilen gegeben, nachdem Videos auftauchten, die Patel feiernd mit der US-Eishockeynationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Mailand 2026 zeigten. Der aktuelle Vorfall in Pearl Harbor verschärft die Debatte über die Verwendung öffentlicher Mittel und das Verhalten des FBI-Direktors weiter.



