Bremen: Fünf Schusswaffenvorfälle in einem Monat – Polizei prüft Gewaltserie
Die Hansestadt Bremen wird von einer Welle der Gewalt heimgesucht. Innerhalb eines einzigen Monats gab es bereits fünf Vorfälle, bei denen Schusswaffen eingesetzt wurden. Die jüngste Tat ereignete sich im Ortsteil Kattenturm, wo ein Unbekannter einem 60-jährigen Mann in die Beine schoss. Der Verletzte wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht und musste operiert werden. Die Polizei bestätigte, dass es sich um den fünften Vorfall dieser Art in Bremen in diesem Monat handelt.
Was bisher über die jüngste Tat bekannt ist
Gegen 8 Uhr morgens meldeten Zeugen Schüsse im Bremer Ortsteil Kattenturm. Die Einsatzkräfte fanden den verletzten Mann und leisteten umgehend Erste Hilfe. Sie banden die Wunde ab, um die Blutung zu stoppen. Der Bereich rund um einen Bürgersteig am Arstendamm wurde mit Flatterband abgesperrt. Mitarbeiter der Spurensicherung fotografierten den Tatort und setzten einen Spurhund ein. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur. Bei der Fahndung wird die Bremer Polizei von Kollegen aus Niedersachsen unterstützt. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen eines versuchten Tötungsdelikts und bitten um Hinweise, auch anonym über ein Online-Portal.
Ermittler prüfen mögliche Zusammenhänge
Die neu gegründete Sonderkommission „Fokus“ übernimmt die Ermittlungen und prüft, ob es einen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Taten gibt. Die Gewalt mit Schusswaffen auf offener Straße hat in Bremen im März deutlich eskaliert. Mehrere Männer wurden durch Schüsse verletzt, ein 32-Jähriger starb. Erst am Wochenende schoss ein Unbekannter mehrfach auf einen 25-Jährigen in der Bremer Neustadt. Der junge Mann erlitt schwere Verletzungen, befand sich aber laut Ermittlern nicht in Lebensgefahr.
In der Parallelstraße eskalierte am 17. März eine Auseinandersetzung. Anwohner berichteten abends von mehreren Schüssen, die Spurensicherung fand Patronenhülsen. Ein Unbekannter brachte einen 32 Jahre alten Mann mit mehreren Schusswunden in ein Krankenhaus, wo er kurze Zeit später starb. Bereits am 1. März wurden die Einsatzkräfte zu zwei Tatorten gerufen. Ein Unbekannter schoss auf einen 43-Jährigen im Bremer Ortsteil Walle, der mehrere Schusswunden in beiden Beinen hatte, stark blutete und um sein Leben kämpfte. Nicht einmal sechs Stunden später fielen Schüsse in der Neustadt, bei denen ein 42-Jähriger eine Schusswunde am Fuß erlitt. Er gab an, einen Streit beobachtet und schlichten wollen zu haben, wobei mehrere Schüsse fielen und er verletzt wurde.
Wie die Polizei durchgreifen will
Nach der tödlichen Gewalttat verstärkte die Polizei ihre Maßnahmen. Zahlreiche Einsatzkräfte kontrollierten gemeinsam mit dem Zoll und dem Ordnungsamt Shisha Bars, Kioske, Cafés und mögliche Rückzugsorte von Straftätern. Sie überprüften 59 Menschen und stellten mögliche Waffen wie Baseballschläger und Hammer sicher. Inzwischen prüft eine Sonderkommission mit Experten aus verschiedenen Bereichen der Polizei die Fälle. Die Beamten wollen stärker im öffentlichen Raum präsent sein, aber auch verdeckt ermitteln. „Was hier auf der Straße passiert, dass Leute offenbar ihre Konflikte mit Schusswaffen austragen, ist absolut inakzeptabel – wir werden die Täter konsequent und unnachgiebig ermitteln“, betonte Polizeipräsident Dirk Fasse am Dienstag. Auch die Staatsanwaltschaft bündelt die Ermittlungen, die in der Abteilung für organisierte Kriminalität bearbeitet werden.



