Fünfter Todesfall nach Gas-Unfall in hessischer Lederfabrik
Fünfter Todesfall nach Gas-Unfall in Lederfabrik

Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Gas-Unfall in einer Lederfabrik in Runkel (Hessen) ist auf fünf gestiegen. Wie die Polizei in Wiesbaden und die Staatsanwaltschaft Limburg am Freitag mitteilten, erlag ein 60-jähriger Arbeiter am Donnerstag seinen Verletzungen. Er hatte 14 Tage lang um sein Leben gekämpft.

Chronik des Unglücks

Bei dem Vorfall am 16. April waren zunächst drei Mitarbeiter (38, 58 und 59 Jahre) tot in einer Klärgrube entdeckt worden, in der Abfallstoffe einer Gerberei aufgefangen werden. Zwei weitere Männer (35 und 60 Jahre) konnten schwer verletzt geborgen werden und kamen ins Krankenhaus. Der 35-Jährige starb wenige Tage später im Krankenhaus in Limburg, nun ist auch der 60-Jährige verstorben. Alle fünf Beteiligten sind damit tot, so ein Polizeisprecher.

Ursache und Ermittlungen

In der Grube hatten sich giftige Gase gebildet, die die Arbeiter eingeatmet hatten. Vermutlich verlor ein Mann das Bewusstsein, seine Kollegen verunglückten beim Rettungsversuch. Die Obduktion ergab eine Schwefelwasserstoffvergiftung als Todesursache. Dieser Stoff kann in hoher Konzentration zu Kollaps, Bewusstlosigkeit, Atemlähmung und Herzversagen führen.

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Die Staatsanwaltschaft Limburg und das Polizeipräsidium Westhessen ermitteln weiterhin zum genauen Unfallhergang. Es besteht der Vorwurf der fahrlässigen Tötung gegen Unbekannt. Die Ermittler prüfen unter anderem, ob die Arbeiter Atemschutz und Schutzkleidung trugen und ob Gasmessungen durchgeführt wurden.

Der Unfall hatte in der 9500-Einwohner-Stadt große Bestürzung ausgelöst. Auch Hessens Innenminister Roman Poseck besuchte den Unglücksort.

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