Marius muss in U-Haft bleiben: Gericht lehnt Fußfessel ab
Gericht lehnt Fußfessel für Marius ab

Oslo (Norwegen) – Der Richter des Amtsgerichts Oslo hörte sich am Mittwochmorgen eine Stunde lang an, was Marius Borg Høiby (29) und sein Anwalt zu sagen hatten. Dann verkündete er – nach einer Viertelstunde Beratungszeit – seine Entscheidung: Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) darf NICHT mit Fußfessel aus der U-Haft raus und muss bis zur Urteilsverkündung Anfang Juni im Gefängnis bleiben.

Marius‘ Anwalt beantragte Freilassung mit Fußfessel

Bereits 20 Minuten vor Beginn des Haftprüfungstermins kam René Ibsen, einer von Marius’ drei Anwälten, in den Saal. Er hatte die Freilassung mit Fußfessel im Namen von Marius beantragt. Auf dem Weg in Saal 127 sagte er zu den anwesenden Journalisten: „Marius hat es schwer, aber es ist okay.“ Ibsen zum Thema Fußfessel: „Es sind strenge Bedingungen, aber er hat damit einen gewissen Grad an Freiheit. Er kann dann normaler als im Gefängnis leben.“

Marius Borg Høiby: „Habe eine sehr klare Botschaft erhalten“

Um 10.01 Uhr betrat zunächst der Richter den Saal, um 10.04 Uhr folgte Marius selbst – mit Schnauzer, Kinnbart und dunkelblauer Jacke. Vor ihm wieder seine Kautabakdose. Er wirkte gefasst und ergriff gleich um 10.06 Uhr das Wort. Marius Borg Høiby jammerte: „Ich sitze im Osloer Gefängnis in Einzelhaft. Ich habe extrem wenig menschlichen Kontakt, zwei oder drei Besuche pro Woche. Es ist ziemlich schwer, so lange keinen sozialen Kontakt zu haben. Ich merke, wie mir die Isolation schadet. Ich bin sozial passiv, habe große Probleme mit dem Schlaf und dem Appetit. Tagsüber habe ich wirklich Probleme mit meinem Gedächtnis. Es ist ein hartes Leben im Osloer Gefängnis.“ Als er gefragt wird, ob er verstehe, was passiere, wenn er gegen die Auflagen der Inhaftierung mit Fußfesseln verstoße, sagt er: „Ich habe eine sehr klare Botschaft erhalten: Es gibt keine zweite Chance.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Marius: „Ich tue alles, damit ich aus der Zelle komme“

Ein 30-seitiger Bericht der norwegischen Strafvollzugsbehörden hatte Marius zuvor als „geeignet“ für eine elektronische Fußfessel eingestuft. Auch sein gemietetes Haus auf dem weitläufigen Schlossgelände sollte als Wohnsitz passen – eine entscheidende Voraussetzung für eine vorläufige Freilassung. Marius Borg Høiby im Gericht auf die Frage nach seinen Drogenproblemen: „Ich sehe da keine Probleme. Ich tue alles, damit ich aus der Zelle kommen kann, ganz einfach. Und auch alles, um nicht mehr dort reinzukommen.“

Und plötzlich geht es um seine Mutter Mette-Marit! Marius: „Ich habe jemanden in enger Familie, der eine Krankheit hat, die den Besuch im Osloer Gefängnis etwas schwieriger macht, als wenn ich zu Hause wäre. Die Luftqualität dort ist ... Es ist ein altes Gebäude mit viel Schimmel. Es hätte einen großen Unterschied gemacht, wenn wir woanders hätte sein können.“ Der Richter fragt: „Meinst du deine Mutter?“ Marius: „Ja.“

Marius’ Auflagen: Keine Drogen, kein Alkohol, kein Kontakt zu den Opfern

Was Marius mit Fußfessel erwartet hätte, wäre sicher angenehmer gewesen als seine Zelle in der Untersuchungshaft – aber auch zu Hause mit Fußfessel hätte er sich an strikte Auflagen halten müssen: Kein Alkohol, keine Drogen. Und jederzeit unangekündigte Kontrollen. Vor allem auch: Kein Kontakt zu den mutmaßlichen Opfern! Sein Verteidiger René Ibsen hatte im Vorfeld gesagt, es bestehe „überhaupt keine Gefahr, dass Marius jemanden aufsuchen könnte“. Ibsen: „Er könnte nur elektronisch Kontakt aufnehmen, und dann hätte er natürlich gegen die Bedingungen verstoßen.“ Mehrere Nebenkläger („Opferanwälte“) machten sich aber doch große Sorgen, falls Marius seine restliche U-Haft wirklich mit Fußfessel hätte verbringen dürfen. Der Grund: Er hätte Zugang zu Smartphones und Internet gehabt und hätte so bestehende Kontaktverbote verletzen können. Grund für diese Sorge bestand, denn Marius ließ sogar während des Prozesses Blumen an eine seiner Ex-Freundinnen senden, obwohl ein Kontaktverbot bestand.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration