Washington – Dass Großprojekte teurer werden als geplant, kommt häufiger vor. Doch beim „Golden Dome“ explodieren die Kosten bereits vor dem Start. US-Präsident Donald Trump (79) will mit dem weltraumgestützten Raketenabwehrprogramm Waffen im All stationieren und Angriffe abwehren. Laut Schätzungen wird das Projekt jedoch fast siebenmal teurer als ursprünglich angenommen.
Kostensteigerung um 585 Prozent
Das überparteiliche Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) warnt, dass der „Golden Dome“ über 20 Jahre hinweg 1,2 Billionen Dollar verschlingen könnte. Trump hatte die Kosten ursprünglich mit 175 Milliarden Dollar beziffert. Die Steigerung liegt damit bei rund 585 Prozent. Zum Vergleich: Der Bau des Hauptstadt-Flughafens BER kostete letztlich mehr als sechs Milliarden Euro – rund dreimal so viel wie geplant. Auch „Stuttgart 21“ verteuerte sich von 4,5 auf 11,5 Milliarden Euro. Für einen „Golden Dome“ könnte man gut 170 Hauptstadt-Flughäfen oder 90 Stuttgarter Bahnhöfe bauen.
CBO: Schätzung nur ein Szenario
Das CBO betont jedoch, dass die Schätzung lediglich ein Beispielszenario sei. Eine konkrete Berechnung der langfristigen Kosten sei nicht möglich, da das Verteidigungsministerium keine Details liefere. Der Kongress hat bereits 24 Milliarden Dollar bewilligt. Das System soll noch vor Ende von Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2029 einsatzfähig sein.
Kritik am „Golden Dome“
Der „Golden Dome“ ist vom israelischen „Iron Dome“ inspiriert, geht aber deutlich weiter: Sensoren und möglicherweise Abwehrsysteme im Weltraum sind vorgesehen. Ziel ist es, Raketen in allen Phasen eines Angriffs zu erkennen, abzufangen und zu stoppen. Kritiker wie der demokratische Senator Jeff Merkley (69) befürchten, das Projekt sei „nichts weiter als ein riesiges Geschenk an Rüstungsunternehmen, vollständig bezahlt von arbeitenden Amerikanern“.



