Bei der Suche nach dem geraubten Goldschatz von Manching in Plate bei Schwerin gehen die Ermittler nun mit schwerem Gerät vor. Ein Baum wurde bereits aus der Erde gezogen, in der Hoffnung, darunter auf ein Versteck zu stoßen. Gefunden wurde nichts, außer Erde und Wurzeln.
Suchaktion wird verlängert
Ursprünglich war der Einsatz auf wenige Tage angelegt. Am Dienstagabend entschieden die Experten jedoch, dass es weitergehen soll. „Wir werden auf jeden Fall auch am Mittwoch noch die Suche fortführen“, so Fabian Puchelt, Sprecher des Landeskriminalamtes Bayern. Wie viele Tage die Aktion verlängert wird, ließ er offen: „Vielleicht werden wir heute noch fündig oder morgen.“
Bisher keine verwertbaren Funde
Auch am zweiten Einsatztag bleibt die Bilanz ernüchternd. „Bislang haben wir nichts Verwertbares finden können, weder Geld noch Gold. Aber wir geben so schnell nicht auf“, betont Puchelt. Der Aufwand wächst dennoch weiter, personell wie technisch.
Technische Unterstützung und Spürhunde
Neu im Einsatz sind zusätzliche Suchhunde aus Mecklenburg-Vorpommern, die gezielt nach Bargeld schnüffeln. Während die ungarischen Goldspürhunde erneut ihre Runden über das Gelände drehen, durchkämmen die Vierbeiner aus MV Haus und Grundstück nach versteckten Geldsummen. Ein unscheinbarer Transporter des Hauptzollamtes Stralsund hat zudem ein großflächiges Röntgengerät gebracht, mit dem Kisten und Möbel in Sekunden überprüft werden können.
Einsatz auf 6000 Quadratmetern
Auf dem weitläufigen Gelände – rund 6000 Quadratmeter – arbeiten sich die Einsatzkräfte weiter Stück für Stück vor. Gelegentlich werden kleine gelbe Fähnchen in den Boden gesteckt mit der Aufschrift „Evidence – Do not touch“. Wie viele und welche Beweise wofür, dazu gibt das LKA keine Angaben.
Internationale Beteiligung
An der Suche beteiligt ist ein außergewöhnlich breites Aufgebot: Neben den Kunstfahndern des bayerischen Landeskriminalamtes arbeiten Ermittler aus MV, die Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes, Zollbeamte aus Stralsund sowie eine internationale „Heritage Crime Task Force“ unter Leitung der OSZE zusammen. Unterstützt werden sie von Forensik-Experten aus mehreren Ländern. „Das ist schon ein Einsatz, der in dieser Form selbst für erfahrene Ermittler selten ist und unterstreicht noch einmal die Bedeutung des Goldschatzes von Manching“, sagt Puchelt.
Hintergrund: Der Goldschatz von Manching
Der Schatz besteht aus 483 keltischen Münzen und einem Goldklumpen, insgesamt rund 3,7 Kilogramm schwer und über 2000 Jahre alt. Er wurde im November 2022 aus einem Museum in Bayern gestohlen. Ein Teil wurde später sichergestellt, eingeschmolzen. Doch 411 Münzen, etwa drei Kilogramm Gold, sind bis heute verschwunden.
Verbindung zu laufenden Verfahren
Die aktuelle Durchsuchung läuft in Zusammenhang mit einem neuen Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche, auch gegen die Lebensgefährtin des Hauptverdächtigen. Der mutmaßliche Haupttäter, ein 49-Jähriger aus Plate, wurde vom Landgericht Ingolstadt zu elf Jahren Haft verurteilt, das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Sein Verteidiger hat Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.



