Brandenburgs Justizminister Grimm will Zeugenschutz im Strafverfahren deutlich verbessern
Grimm will Zeugenschutz in Brandenburg verbessern

Brandenburg verstärkt Maßnahmen zum Schutz von Zeugen und Opfern in Gerichtsverfahren

Der brandenburgische Justizminister Benjamin Grimm (SPD) hat am Donnerstag im Rechtsausschuss des Potsdamer Landtags konkrete Pläne zur Verbesserung des Zeugen- und Opferschutzes vorgestellt. „Im Strafverfahren benötigen Opfer umfassenden rechtlichen Schutz“, betonte Grimm in seiner Ansprache. „Durch die Stärkung von Opferrechten festigen wir letztlich auch das Vertrauen der Bevölkerung in unseren Rechtsstaat.“

Konkrete Maßnahmen zur Unterstützung von Zeugen

Das Land Brandenburg hat bereits mehrere praktische Schritte umgesetzt, um Zeugen besser zu unterstützen:

  • Auf jeder gerichtlichen Ladung für Zeugen wird nun ein Hinweis auf die Möglichkeit einer professionellen Zeugenbegleitung aufgeführt.
  • Ein detailliertes Factsheet informiert Zeugen über ihre Rechte und verfügbare Unterstützungsangebote.
  • Seit 2017 existiert in Brandenburg eine psychosoziale Zeugenbegleitung, bei der speziell geschulte Mitarbeiter Zeugen während des gesamten Strafverfahrens beistehen können.

Vereinfachung der Antragsverfahren und Informationskampagnen

Obwohl die psychosoziale Begleitung seit Jahren verfügbar ist, gab es im vergangenen Jahr lediglich 77 Beiordnungen dieser Unterstützung. Justizminister Grimm erklärte dazu: „Wir haben das Antragsformular deutlich vereinfacht und eine praktische Ausfüllhilfe entwickelt. Unser Ziel ist es, dass Verletzte frühzeitig über diese Möglichkeiten informiert werden und sich bewusst für die Inanspruchnahme entscheiden können, da sie ihnen nachweislich hilft.“

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Zusätzlich führte das Justizministerium Informationsveranstaltungen für Staatsanwälte und Richter durch, um die Akzeptanz und Anwendung der psychosozialen Prozessbegleitung zu erhöhen. „Allerdings hängt die Wirksamkeit dieser Maßnahme entscheidend davon ab, dass überhaupt ein Antrag gestellt wird“, merkte Grimm kritisch an.

Bundesweite Initiativen und politische Unterstützung

Grimm begrüßte ausdrücklich, dass auf Bundesebene aktuell ein Gesetzesentwurf erarbeitet wird, der die Rechte von Opfern weiter stärken soll. „Ich unterstütze diese bundesweiten Bemühungen voll und ganz“, erklärte der Justizminister. Die geplanten Reformen auf Landes- und Bundesebene zielen darauf ab, die Position von Zeugen und Opfern im Justizsystem nachhaltig zu verbessern und so die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaates zu untermauern.

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