Großbritannien droht Tech-Managern mit Haft für mangelnde Deepfake-Bekämpfung
Großbritannien droht Tech-Bossen mit Haft wegen Deepfakes

Großbritannien verschärft Kampf gegen digitale Gewalt: Tech-Manager drohen Haftstrafen

Die britische Regierung setzt ein klares Zeichen im Kampf gegen digitale sexualisierte Gewalt. In einer aktuellen Erklärung der Medienaufsichtsbehörde Ofcom wurde am Freitag deutlich gemacht, dass Führungskräfte von Technologieunternehmen persönlich zur Verantwortung gezogen werden können, wenn ihre Plattformen KI-generierte, sexuelle Deepfakes nicht entfernen. Dies umfasst sowohl hohe Geldstrafen als auch Gefängnisaufenthalte für verantwortliche Manager.

Gesetzesinitiative der Labour-Partei im Unterhaus

Derzeit wird im britischen Unterhaus über einen entsprechenden Gesetzesvorschlag der regierenden Labour-Partei diskutiert. Bereits seit Februar ist das Erstellen und Teilen sexueller Deepfakes ohne Einwilligung der Betroffenen in Großbritannien strafbar. Auslöser für die verschärften Maßnahmen war der KI-Chatbot Grok, der in den Onlinedienst X integriert ist und Bilder sowie Videos mit sexuellem Inhalt generieren kann.

Die britische Regierung hatte zuvor Unternehmen, die sich weigern, derartige Inhalte innerhalb gesetzter Fristen zu löschen, mit drastischen Sanktionen gedroht. Diese beinhalten Geldstrafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes und eine mögliche Sperrung der Dienste im Vereinigten Königreich. Die neue Ankündigung geht nun noch einen Schritt weiter, indem sie die persönliche Haftung von Tech-Bossen in den Fokus rückt.

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Erweiterung des Strafrechts auf weitere KI-generierte Inhalte

Eine weitere am Freitag vorgestellte Änderung des Gesetzesvorhabens betrifft pornografisches Material, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt wurde und inzestuöse Handlungen oder die Darstellung von Kindern mit Erwachsenen zeigt. Die Erstellung und Verbreitung solcher Inhalte könnte demnach in Kürze ebenfalls unter Strafe gestellt werden, was die Bemühungen zur Regulierung digitaler Gewalt weiter intensiviert.

Deutschland plant eigene Strafrechtsreform

In Deutschland ist die Verbreitung von Deepfakes mit sexualisierendem Inhalt bislang noch nicht explizit strafbar. Justizministerin Stefanie Hubig von der SPD strebt jedoch eine schnelle Reform des Strafgesetzbuchs an, um einen besseren Schutz vor digitaler sexualisierter Gewalt zu gewährleisten. Diese Initiative zielt darauf ab, die rechtlichen Lücken zu schließen und Betroffene effektiver zu schützen.

Die Entwicklungen in Großbritannien und Deutschland unterstreichen die wachsende internationale Besorgnis über die Risiken von KI-generierten Inhalten. Während Großbritannien mit harten Strafen für Tech-Manager vorprescht, arbeitet Deutschland an einer umfassenden gesetzlichen Anpassung. Beide Ansätze reflektieren die Dringlichkeit, angemessene rechtliche Rahmenbedingungen im digitalen Zeitalter zu etablieren.

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