Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Strukturelle Hürden statt Frauen als Problem
In einem aktuellen Interview spricht Julia Neuen, die Gründerin von Peaches, offen über die anhaltenden Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland. Sie betont, dass nicht die Frauen das Problem darstellen, sondern vielmehr strukturelle Barrieren in Politik und Unternehmen.
Kündigungen nach der Elternzeit und struktureller Sexismus
Julia Neuen weist auf ein weit verbreitetes Phänomen hin: Kündigungen nach der Elternzeit, die insbesondere Frauen betreffen. „Diese Praxis ist ein klarer Ausdruck von strukturellem Sexismus“, erklärt sie. Viele Frauen kehren nach der Familienphase in den Beruf zurück und sehen sich mit Benachteiligungen konfrontiert, die ihre Karrierechancen erheblich einschränken.
Die Unternehmerin kritisiert, dass trotz des Willens vieler Frauen, mehr zu arbeiten, die Rahmenbedingungen in Deutschland oft unzureichend sind. „Frauen wollen längst mehr arbeiten, aber sie stoßen auf Hürden, die von Politik und Unternehmen geschaffen werden“, so Neuen. Sie fordert eine grundlegende Veränderung in der Arbeitskultur und den gesetzlichen Regelungen.
Warum Vereinbarkeit in Deutschland scheitert
Laut Julia Neuen scheitert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland an mehreren Faktoren:
- Fehlende flexible Arbeitsmodelle in vielen Unternehmen
- Ungleiche Verteilung der Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern
- Mangelnde Unterstützung durch staatliche Institutionen
- Veraltete Rollenbilder in der Gesellschaft
Sie argumentiert, dass eine echte Verbesserung nur durch gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erreicht werden kann. „Es geht darum, Systeme zu schaffen, die allen Eltern gerecht werden“, betont Neuen.
Abschließend appelliert Julia Neuen an die Verantwortlichen, endlich konkrete Maßnahmen umzusetzen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Nur so könne Deutschland seine wirtschaftliche und soziale Zukunft sichern.



