Landgericht München verhängt Haftstrafe wegen Schwarzarbeit bei Regalauffüllfirmen
Haftstrafe für Schwarzarbeit bei Regalauffüllern in Supermärkten

Haftstrafe für Schwarzarbeit bei Regalauffüllern in Supermärkten

Das Landgericht München I hat einen 35-jährigen Unternehmer zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Der Mann hatte Mitarbeiter seiner Regalauffüllfirma überwiegend schwarz beschäftigt, ohne Steuern und Sozialabgaben zu zahlen. Dies führte zu einem Gesamtschaden von rund 1,4 Millionen Euro, wie das Gericht mitteilte.

Details zum Urteil und den Taten

Nach Überzeugung der Strafkammer befüllte der Angeklagte zwischen 2019 und 2022 in verschiedenen Supermärkten einer großen Lebensmittelkette die Regale mit Lebensmitteln oder anderen Waren. Dabei beschäftigte er seine Mitarbeiter illegal, was zu erheblichen finanziellen Verlusten für den Staat führte. Das Gericht verhängte die Strafe wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt sowie Steuerhinterziehung in Dutzenden Fällen.

Zusätzlich zur Haftstrafe muss der Verurteilte 1,2 Millionen Euro, die er zu Unrecht einbehalten hat, zurückzahlen. Die Einziehung von Wertersatz wurde angeordnet. Das Urteil kam nach einem sogenannten Deal zustande, einer Absprache zwischen dem Gericht, der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung, bei dem einige Anklagepunkte eingestellt wurden.

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Hintergrund der Ermittlungen

Im Oktober des vergangenen Jahres hatte die Staatsanwaltschaft München I umfangreiche Ermittlungen gegen mehrere selbstständige Regalauffüllfirmen öffentlich gemacht. Diese Firmen waren in Supermärkten eines großen Lebensmittelkonzerns tätig und wurden von Subunternehmen eingesetzt. Insgesamt waren damals mehr als 70 Beschuldigte im Gespräch.

Der zuständige Staatsanwalt Klaus Liebl erklärte, es handle sich um mehrere Tätergruppen im südbayerischen Raum. Die Regalauffüller selbst, die oftmals nicht den Mindestlohn erhalten hätten, waren nicht unter den Beschuldigten. Die Ermittler gingen von einem Gesamtschaden von rund 20 Millionen Euro aus, der durch nicht angemeldete Arbeitnehmer bei der Steuer und Sozialversicherung entstanden ist.

Die Taten des nun verurteilten Unternehmers sind Teil dieser größeren Ermittlungswelle. Sie unterstreichen die systematischen Probleme in der Branche, wo Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung weit verbreitet sind. Die Behörden setzen sich verstärkt für die Aufklärung solcher Fälle ein, um faire Arbeitsbedingungen und rechtmäßige Steuerzahlungen zu gewährleisten.

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