Høiby-Prozess: Staatsanwaltschaft zeichnet Bild eines eifersüchtigen Mannes ohne Respekt
Høiby-Prozess: Staatsanwaltschaft zeichnet düsteres Bild

Høiby-Prozess: Staatsanwaltschaft zeichnet düsteres Bild eines eifersüchtigen Mannes

In einem aufsehenerregenden Prozess in Oslo hat die Staatsanwaltschaft ein beunruhigendes Porträt von Marius Borg Høiby gezeichnet. Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit steht wegen schwerwiegender Vorwürfe vor Gericht, darunter vier Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht.

„Er nimmt sich, was er will“ – Ein Plädoyer mit schweren Anschuldigungen

Staatsanwalt Sturla Henriksbø beschrieb in seinem sechswöchigen Plädoyer Høiby als einen Mann, der Frauen wenig respektiert und besonders unter Drogeneinfluss die Kontrolle verliert. „Wir haben einen Mann erlebt, der sich nimmt, was er will“, zitiert die Zeitung „Verdens Gang“ den Staatsanwalt. Henriksbø kritisierte insbesondere, dass Høiby nicht darauf bedacht sei, bei intimen Kontakten nach der Zustimmung der Frauen zu fragen.

Ebenso scheine der 29-Jährige nicht interessiert daran zu sein, sich zu erklären, ob Frauen es „in Ordnung finden, dass er noch einmal Sex mit ihnen hat, nachdem sie eingeschlafen sind“. In allen vier Anklagepunkten sollen die betroffenen Frauen während der Tat entweder geschlafen oder ein Blackout gehabt haben. Besonders belastend sind dabei Foto- und Videoaufnahmen von Høibys Handy, die im Prozess eine zentrale Rolle spielten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Aggressionsprobleme und widersprüchliche Aussagen

Der Staatsanwalt charakterisierte Høiby als „Mann mit einem Aggressionsproblem“, der die Beherrschung verlieren, ausrasten und schreien könne. Zu den Vorwürfen gehören auch das Werfen von Handys und Messern, das Schlagen von Löchern in Wände sowie gewalttätige Übergriffe wie Würgegriffe, Schläge und Anspucken gegenüber Frauen in Beziehungen.

Henriksbø wies darauf hin, dass Høiby im Prozessverlauf seine Aussagen mehrfach an die Beweislage angepasst habe. Oft gab der Angeklagte an, sich nicht mehr erinnern zu können. Im Gegensatz dazu wirkten die mutmaßlichen Opfer in ihren Aussagen glaubwürdig und authentisch. Die meisten von ihnen hätten den Auftritt vor Gericht als sehr unangenehm empfunden und keinen Grund zum Lügen gehabt.

Kein Monster, aber klare Taten: Die Frage nach dem Strafmaß

„Marius Borg Høiby ist kein Monster“, betonte Henriksbø in Reaktion auf Høibys eigene Aussage, in der er sich als „Hassobjekt von ganz Norwegen“ bezeichnet hatte. Der Staatsanwalt stellte klar, dass der Angeklagte nicht danach beurteilt werden dürfe, wer er sei, sondern was er getan habe.

Der Prozess hat mit über 70 Zeugenaussagen und der Verlesung von mehr als 800 Seiten SMS-Nachrichten ein umfangreiches Beweisvolumen erbracht. Nun steht die entscheidende Phase an: Die Staatsanwaltschaft wird ihr gefordertes Strafmaß darlegen. Die norwegische Öffentlichkeit verfolgt den Fall des sogenannten „Bonus-Prinzen“ mit großer Aufmerksamkeit, während die Vorwürfe ein dunkles Licht auf das Privatleben des Sohnes der Kronprinzessin werfen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration