Hillary Clinton weist im Kongress-Kreuzverhör jede Epstein-Kenntnis zurück
Hillary Clinton weist Epstein-Kenntnis im Kongress zurück

Hillary Clinton bestreitet im Kongress-Kreuzverhör jede Kenntnis von Epstein-Straftaten

Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton hat bei einer Befragung vor einem Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses entschieden jede Kenntnis von Straftaten des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zurückgewiesen. In ihrem schriftlich verbreiteten Eröffnungsstatement erklärte sie unter Eid, sie sei weder mit Epstein geflogen noch habe sie seine Privatinsel oder andere Anwesen besucht.

Monatelange Verweigerung und politische Vorwürfe

Die Befragung fand am Donnerstag hinter verschlossenen Türen in Chappaqua, einer Gemeinde im US-Bundesstaat New York, statt, wo Clinton mit ihrem Ehemann, dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, lebt. Die Clintons hatten eine Aussage zuvor monatelang verweigert, woraufhin der republikanisch geführte Ausschuss unter Vorsitz von James Comer ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses angestoßen hatte.

Demokraten werfen dem Ausschuss vor, ein politisch motiviertes Verfahren zu betreiben, während Clinton in ihrem Statement betonte, dass ihr Engagement gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung während ihrer Zeit als Senatorin und Außenministerin ein zentrales Anliegen gewesen sei und kein „politisches Schlagwort“.

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Epstein-Netzwerk und politische Verwicklungen

Jeffrey Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Der New Yorker Finanzier verfügte über beste Kontakte in Politik, Wirtschaft und High Society. Er starb 2019 in einer Gefängniszelle, während seine Komplizin Ghislaine Maxwell eine Haftstrafe wegen Sexhandels verbüßt.

Clinton warf den Republikanern vor, mit der Befragung von der Veröffentlichung der sogenannten Epstein-Akten ablenken zu wollen. Der Ausschuss solle stattdessen die vollständige Veröffentlichung der Unterlagen vorantreiben. US-Präsident Donald Trump hatte im November 2025 ein Gesetz zur Veröffentlichung der Akten unterzeichnet, nachdem er sich zuvor lange dagegen ausgesprochen hatte.

Befragung unter besonderen Umständen

Die Befragung wurde zu Beginn kurz unterbrochen, nachdem der rechtsgerichtete Kommentator Benny Johnson ein Foto aus dem Raum in sozialen Medien veröffentlicht hatte. Clintons Berater Nick Merrill ließ prüfen, wie das Bild nach außen gelangen konnte und ob dabei Hausregeln verletzt wurden.

Auch das US-Justizministerium steht unter Druck, da demokratische Abgeordnete prüfen, ob im Zuge der Veröffentlichung der Millionen Seiten umfassenden Akten FBI-Vernehmungsprotokolle oder andere Dokumente zurückgehalten wurden. Das Ministerium bestreitet dies und erklärt, lediglich doppelte, privilegierte oder laufende Ermittlungen betreffende Dokumente seien nicht veröffentlicht worden.

Bill Clinton soll am Freitag ebenfalls hinter verschlossenen Türen aussagen. James Comer betonte vor Beginn der Befragung, dass den Clintons derzeit kein Fehlverhalten vorgeworfen werde. Der Ausschuss wolle klären, wie Epstein zu Einfluss und Reichtum gekommen sei und welche Netzwerke ihn geschützt hätten.

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