Kanada im Schock nach tödlichem Schulangriff in British Columbia
In der kanadischen Provinz British Columbia hat ein erschütternder Angriff an einer Schule das ganze Land in tiefe Trauer gestürzt. Die Polizei identifizierte die mutmaßliche Täterin als 18-jährige Frau, die selbst aus der ländlichen Gemeinde Tumbler Ridge stammte, wo die Tat stattfand.
Neun Tote und zahlreiche Verletzte bei Angriff
Am Dienstag (Ortszeit) wurden Polizeikräfte zu einer weiterführenden Schule in Tumbler Ridge gerufen, nachdem Berichte über Schüsse eingingen. Laut offiziellen Angaben tötete die mutmaßliche Schützin zunächst sechs Menschen in der Schule, bevor sie sich selbst das Leben nahm. Zwei weitere Tote wurden später in einem Wohnhaus entdeckt, bei denen es sich um die Mutter und den Stiefbruder der Tatverdächtigen handelte. Insgesamt bestätigte die Polizei neun Todesopfer, nachdem zunächst von zehn gesprochen worden war.
Unter den Opfern in der Schule befanden sich eine Lehrkraft, drei Schülerinnen und zwei Schüler im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Etwa zwei Dutzend weitere Personen wurden verletzt, wobei mindestens zwei von ihnen sich in kritischem Zustand befinden. Die Verletzungen entstanden teilweise, als Menschen versuchten, sich zu verbarrikadieren und in Sicherheit zu bringen.
Ermittlungen und psychische Gesundheitsprobleme
Die Polizei gab bekannt, dass die Täterin zunächst ihre Familienangehörigen getötet haben soll, bevor sie sich zur Schule begab. Die Leichen wurden unter anderem im Treppenhaus und in der Bibliothek gefunden. Über das Motiv der Tat herrscht weiterhin Rätselraten, wobei die Beziehung zwischen der Täterin und den Opfern Teil der laufenden Ermittlungen ist.
Ein Polizeibeamter erwähnte, dass Einsatzkräfte in den vergangenen Jahren mehrfach an der Wohnadresse der Verdächtigen im Einsatz gewesen seien, wobei auch Waffen sichergestellt wurden. Er sprach zudem von „psychischen Gesundheitsproblemen“ der mutmaßlichen Täterin, ohne weitere Details preiszugeben. Zur Identität der Verdächtigen erklärte er: „Wir identifizieren die tatverdächtige Person so, wie sie sich selbst öffentlich und in den sozialen Medien identifiziert hat.“ Dabei wurde bekannt, dass die Täterin bei der Geburt als männlich registriert worden war.
Staatstrauer und historischer Kontext
Der kanadische Premierminister Mark Carney trat sichtlich berührt vor die Presse und verkündete eine siebentägige Staatstrauer. Er beschrieb Tumbler Ridge als „eine Stadt von Bergarbeitern, Lehrern, Bauarbeitern, Familien, die dort ihr Leben aufgebaut haben – Menschen, die immer füreinander da waren.“ Der Ort liegt etwa 700 Kilometer nordöstlich von Vancouver.
Laut kanadischen Medien handelt es sich um den tödlichsten Vorfall dieser Art an einer Ausbildungsstätte in Kanada seit 1989, als ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen erschoss. Im Vergleich zu den USA, wo Schusswaffengewalt an Schulen häufiger vorkommt, sind solche Taten in Kanada aufgrund strengerer Waffengesetze seltener.
Die kleine Gemeinde und das gesamte Land stehen unter Schock, während die Ermittler sensibel mit den Hinterbliebenen umgehen und nach Antworten suchen.



