Am Amtsgericht Aschersleben endete der Prozess gegen eine 28-jährige Kassiererin, die in ihrem Job an zehn Tagen insgesamt 9.500 Euro aus der Kasse entnommen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe gefordert, da eine Geldstrafe nicht mehr ausreiche. Das Gericht folgte dieser Argumentation und verurteilte die Frau zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung.
Die Tat
Die Angeklagte arbeitete als alleinige Verkäuferin in einem Geschäft in Aschersleben, in dem viel Bargeld eingenommen wurde. Im Januar 2025 erlag sie der Versuchung und entnahm an zehn Arbeitstagen insgesamt 9.500 Euro aus der Kasse. Statt das Geld, wie vorgeschrieben, in den Einzahlautomaten einer nahegelegenen Bank auf das Konto ihrer Chefin einzuzahlen, behielt sie es für sich.
Die Entdeckung
Die Unterschlagung fiel auf, als die Chefin die Kassenabrechnungen überprüfte und Unstimmigkeiten feststellte. Nach einer ersten Nachfrage gestand die Kassiererin die Taten und gab an, das Geld für private Ausgaben verwendet zu haben. Sie zeigte sich reumütig und kooperierte vollumfänglich mit den Ermittlungen.
Das Urteil
Das Amtsgericht Aschersleben verurteilte die 28-Jährige wegen Unterschlagung in zehn Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss sie den Schaden in Höhe von 9.500 Euro zurückzahlen. Der Richter betonte, dass eine Geldstrafe angesichts der Höhe des Schadens und der Wiederholungstaten nicht mehr ausreichend sei. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.
Reaktionen
Die Verteidigung hatte auf eine mildere Strafe gehofft, da die Angeklagte geständig war und keine Vorstrafen hatte. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich mit dem Urteil zufrieden. Die Verurteilte akzeptierte das Urteil und verzichtete auf Rechtsmittel. Der Fall zeigt, dass auch in kleineren Städten wie Aschersleben die Justiz bei Unterschlagung im Job konsequent handelt.
Die Chefin des Geschäfts äußerte sich enttäuscht über den Vertrauensbruch, hofft aber, dass die Mitarbeiterin aus der Sache lernt. Das Geschäft hat inzwischen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.



